Stereo: Von der Vergangenheit eingeholt

stereo_coverErik hat sich aufs Land zurückgezogen und genießt die Idylle mit Freundin Julia und deren kleiner Tochter. Hier kann er runter kommen und sich um seine Motorradwerkstatt kümmern. Doch seine scheinbar heile Welt findet ein jähes Ende als der schräge Henry in Eriks Leben tritt. Er ist wie ein Parasit und treibt Erik an den Rand des Wahnsinns. Als dann auch noch weitere zwielichtige Gestalten auftauchen, die vorgeben Erik zu kennen, droht sein Leben komplett aus den Fugen zu geraten. In die Ecke gedrängt, scheinbar ohne Ausweg, bleibt Erik schließlich nichts anderes übrig, als sich doch auf den geheimnisvollen Henry einzulassen.

Film-Blog.tv meint:
Mit den Vorurteilen ist das so eine Sache. Dass wir in Deutschland keine vernünftigen, spannenden Thriller produzieren können, ist eines davon. Das allerdings mit „Stereo“ gründlich widerlegt wird.
„Stereo“ ist intelligent, verwirrend, hervorragend gespielt und hochspannend. Allerdings nichts für zarte Seelen und zu sensible Gemüter. Es geht zeitweise schon recht hart zu. FSK 16 scheint mir ein wenig zu großzügig. Außerdem klasse gefilmt und mit perfekt abgemischten Surroundklang. Danke für den Thriller des Jahres!

Irgendwo im Umland von Berlin. Ein schönes Stück von der Stadt entfernt scheint die Welt noch in Ordnung. Erik mit seinem Motorrad will da gar nicht so recht in die, eher recht spießige Gegend passen. Glatze, Drei-Tage-Bart, Tätowierungen. Über die Visage von Jürgen Vogel muss ich nicht viele Worte verlieren, die Rolle wurde ihm auf den Leib geschrieben.

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Mit seiner schweren Maschine ist er auf dem Weg zu seiner Freundin. Über seine Vergangenheit ist nicht viel bekannt, nur dass er sich hier in der Provinz eine Motorradwerkstatt eingerichtet hat, weiß man. Er will nicht zu spät kommen, fährt ein „wenig“ zu schnell. Und wird prompt von einer Zivilstreife angehalten.

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Das Gespräch mit dem Polizisten verläuft ein wenig unglücklich. Der ältere Ordnungshüter ist Respekt gewohnt, Erik aus der Großstadt hat auch eine große Klappe. Mit Mühe kann ein Konflikt verhindert werden.

Heile Welt. Erik kommt bei seiner Freundin Julia und deren Tochter Linda an. Man kann ihn sich sogar als Ersatz-Papa für das kleine Mädchen vorstellen, so liebevoll spielen sie miteinander. Beim Toben auf dem Spielplatz rennt die kleine Linda auf eine viel befahrene Bundesstraße zu, ein „zufällig“ anwesender Mann kann sie gerade noch daran hindern vor einem herankommenden LKW zu laufen.

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Am Abend bei Julia sieht Erik einen mysteriösen Mann im Rapsfeld vor dem Haus. Henry, wie sich später herausstellt. Doch diesen Henry kann nur Erik sehen. Für andere bleibt er unsichtbar. Blöd nur, dass sich Henry massiv in Eriks Leben einmischt. Und dass der undurchsichtige Fremde, der nachmittags Linda gerettet hat, offensichtlich noch eine alte Rechnung mit Erik offen hat. Wie auch Henry…

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Was ist echt, was ist Traum, wo geht die Phantasie mit Erik durch? Und warum? Wer ist Henry? Zu allem Überfluss ist der spießige Polizist vom Anfang des Films auch noch Julias Vater, der seine eigenen Recherchen anstellt…

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Es entwickelt sich ein Katz und Mausspiel der Extraklasse. Die Akteure laufen zu Hochform auf, die Verzweiflung der scheinbar (?) ausweglosen Situation ist den Betroffenen (nicht nur) ins Gesicht gemeißelt. Die Kamera schafft es, diese seelischen Abgründe in Bilder umzusetzen, die noch lange nachwirken. Nur: Für’s Mäusekino ist „Stereo“ zu schade. Die starken Bilder und der eindringliche Sound haben Atmosphäre nicht nur verdient, sie benötigen sie auch: Also, ein möglichst großer Bildschirm, idealerweise Großprojektion und ein bassgewaltiges 5.1-System sind Pflicht. Und der Mut, beim Sound auch mal die Muskeln spielen zu lassen. Belohnt wird man mit einem Filmerlebnis das man so schnell nicht vergisst…

EuroVideo Medien GmbH präsentiert „Stereo“ ab dem 20. November 2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von EuroVideo Medien GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Stereo
Land / Jahr: Deutschland / 2014
Genre: Drama, Thriller
Darsteller: Jürgen Vogel: Erik, Moritz Bleibtreu: Henry, Petra Schmidt-Schaller: Julia, Georg Friedrich: Keitel, Rainer Bock: Wolfgang, Mark Zak: Gaspar, Helena Schönfelder: Linda, Fabian Hinrichs: Arzt, Valery Tscheplanowa: Frau Saurion, Jürgen Holtz: Arzt, Paul Faßnacht: Hansen, Adrian Can: Deisler, Julian Schmieder: Kowalski, Gerdy Zint: Schröder u. a.
Regie: Maximilian Erlenwein
Drehbuch: Maximilian Erlenwein
Produktion: Manuel Bickenbach, Alexander Bickenbach
Kamera: Ngo The Chau
Schnitt: Sven Budelmann
Musik: Enis Rotthoff
FSK: 16

Blu-ray
Laufzeit: ca. 98 Min. + Bonus
Bildformat: 2,40:1 (16:9)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Making-of; Featurette „Jürgen & Moritz“; Featurette „Action“; Zoff-Slip Jürgen vs. Moritz, Teaser; Trailer; Interviews; Hörfilmfassung

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