Still Alice – Mein Leben ohne Gestern: Ausgeblendet

alice_coverZunächst sind es nur Kleinigkeiten, die kaum jemandem auffallen. Bei einem Vortrag fällt Professorin Alice Howland plötzlich ein Wort nicht ein. Wenig später dann verliert sie beim Joggen die Orientierung, obwohl sie die Strecke fast jeden Tag läuft. Die 50-jährige, die an der Columbia University Linguistik lehrt, ahnt bald, dass mit ihr etwas nicht stimmt.
Aber die Diagnose ist trotzdem ebenso unerwartet wie erschütternd: Alice leidet an einem seltenen Fall von frühem Alzheimer. Ihre jüngste Tochter Lydia, die sich in Los Angeles als Schauspielerin versucht, ist die erste, die bemerkt, dass mit ihrer Mutter etwas nicht stimmt.
Beim Familienbesuch an Thanksgiving scheint zwar alles wie immer, nur dass sich Alice der Freundin von Sohn Tom gleich zweimal vorstellt.

Film-Blog.tv meint:
Julianne Moore bekam den Oscar® für ihre „Alice“ als „Beste weibliche Hauptrolle“. Zu Recht. Denn was sie uns hier abliefert, ist ganz großes Schauspiel. Für Filme wie „Still Alice“ wurde das Kino erfunden. Große Gefühle, jede noch so kleine Mimik sitzt perfekt. Wenn das Drehbuch und das Ensemble so perfekt zusammenarbeiten wie hier, braucht’s weder CGI, noch halsbrecherische Verfolgungsjagden um einen wirklich großen Film entstehen zu lassen, der lange nachwirkt.
„Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ hat das Zeug zum Klassiker, den man sich immer wieder anschauen kann und jedes Mal etwas Neues entdeckt.

Der 50. Geburtstag. Die ganze Familie sitzt im Restaurant um mit Alice zu feiern. Alle? Nein, Lydia, die jüngste Tochter, träumt in Los Angelos ihren Traum von der Schauspielkarriere und ist nicht erschienen. Was die Anwesenden Geschwister kaum stört. Sie machen auf heile Welt und glückliche Familie. Alle beruflich erfolgreich, Akademiker, hoch gebildet. Sie stehen auf der Sonnenseite des Lebens und genießen das auch.

Ein paar Tage später hält Alice als Gastdozentin einen Vortrag an der Uni. Sie ist Professorin für Linguistik, hat vielbeachtete Literatur darüber geschrieben, die als Standardwerke des Fachs anerkannt sind. Mitten im Vortrag fällt ihr ein Wort nicht ein. Nicht weiter tragisch. Mit einem charmanten Witzchen überspielt sie die Situation und hat die Lacher auf ihrer Seite.

Wieder zu Hause zieht sie sich die Sportklamotten an und geht eine Runde Joggen. Es ist der gewohnte Weg, die Stadt, die sie seit vielen Jahren kennt. Und dennoch: Sie kann sich plötzlich nicht mehr orientieren. Sieht alles verschwommen, ein einfacher Schwindelanfall? Der Kreislauf?

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Sie der will der Sache auf den Grund gehen und besucht einen Spezialisten. Da sie einen Gehirntumor vermutet, will sie rasch Gewissheit haben. Während sie auf die Untersuchungstermine und –ergebnisse wartet, kommt es immer wieder zu kleineren Gedächtnislücken, Schwindelanfällen. Als sie Nachts nicht schlafen kann, weil sie die Situation sehr beunruhigt, weckt sie ihren Mann. Der will die Befürchtungen seiner Frau nicht teilen und meint, es handle sich um altersbedingte Gedächtnisprobleme. Verspricht ihr aber, eher halbherzig, sie im Krankheitsfall nicht allein zu lassen.

John begleitet Alice schließlich zu Dr. Benjamin um den Befund zu erfahren. Genetisch bedingtes Alzheimer. Alice und John müssen den Kindern die Wahrheit sagen. Denn weil diese Form der Krankheit vererbbar ist, könnten sie auch ganz direkt betroffen sein. Anders als ihre schwangere ältere Schwester Anna lässt Lydia sich selbst nicht testen. Statt sich um die eigene Zukunft zu sorgen, will sie lieber für ihre Mutter da sein, selbst wenn ihr Verhältnis nicht immer das einfachste war.

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Ein gemeinsamer Sommer im Strandhaus der Familie schweißt sie enger zusammen denn je. Und als Alices Zustand sich zusehends verschlechtert, ist es ausgerechnet ihre Jüngste, die für sie die größten Opfer bringt.

Bild und Ton der Blu-ray sind auf dem aktuellen Stand. Die deutsche Tonspur kommt in DTS HD Master Audio 5.1 sehr räumlich und bildet die Atmosphäre schön plastisch ab. Ebenso erwähnenswert ist die Gestaltung des Menüs, das inaktive Punkte blass verschwommen zeigt und auf den Grundtenor des Films schon vor dem Start ideal einstimmt.

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polyband Medien GmbH präsentiert „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ ab 31. Juli 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von polyband Medien GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Still Alice
Land / Jahr: USA, Frankreich / 2014
Genre: Drama
Darsteller: Julianne Moore: Alice Howland, Alec Baldwin: John Howland, Kate Bosworth: Anna Howland-Jones, Shane McRae: Charlie Howland-Jones, Hunter Parrish: Tom Howland, Kristen Stewart: Lydia Howland, Stephen Kunken: Dr. Benjamin u. a.
Regie: Richard Glatzer, Wash Westmoreland
Drehbuch: Richard Glatzer, Wash Westmoreland
Produktion: James Brown, Pamela Koffler, Lex Lutzus
Kamera: Denis Lenoir
Schnitt: Nicolas Chaudeurge
Musik: Ilan Eshkeri
FSK: 0

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 101 Min. zzgl. Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (1,85:1)
Tonformat: DTS HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras Blu-ray: Interviews mit Cast und Crew, B-Roll, Booklet, Wendecover

Webseite zum Film: Still Alice – Mein Leben ohne Gestern