Stromberg – Der Film: „Ganz kurz mal eben… Hallo!“

Gewinnspiel_rotstromberg_cover„Firmenfeiern sind wie das letzte Abendmahl. Immer zu wenig Weiber, das Essen ist schlecht und am Ende gibt’s Ärger“. Eine weise Vorahnung – und trotzdem macht sich Stromberg mit seinen Mitarbeitern aus der Schadensregulierung auf den Weg in ein Landhotel, in das die CAPITOL Versicherung die gesamte Belegschaft zur 50-Jahre-Jubiläumsfeier geladen hat. Mit dabei sind natürlich auch Berthold „Ernie“ Heisterkamp, das langjährige Mobbingopfer der Abteilung, Lieblingskollegin Jennifer Schirrmann und das verheiratete Kollegenpaar Ulf und Tanja Steinke samt Pflegesohn Marvin. Es könnte so ein schöner Abend werden – hätte Stromberg nicht erfahren, dass die Schließung seiner Filiale unmittelbar bevor steht.
Rettung verspricht nur ein Wechsel in die Zentrale – und genau den will er auf der Feier anbahnen, wo alle Entscheidungsträger der CAPITOL versammelt sind. Doch ausgerechnet Ernie hat denselben Plan – und liefert sich mit Stromberg ein Duell, in dem sich beide dem Vorstand von ihrer allerbesten Seite präsentieren. Während Ernie den Vorzeigeangestellten mimt, gibt sich Stromberg als fürsorglicher Vater der Abteilung, der von seinen Mitarbeitern geschätzt und geachtet wird. Dass genau das nicht der Fall ist, wird schnell klar – doch „Büro ist Krieg, und den gewinnt man nicht bei der Heilsarmee“. Und Stromberg wäre nicht Stromberg, wenn er nicht trotzdem auf seine unvergleichliche Art punkten könnte. So scheint das Ziel ganz nah – und doch so fern. Denn irgendetwas ist faul im Staate CAPITOL, und Stromberg muss sich entscheiden: Soll er sich durchmogeln wie sonst auch, oder soll er diesmal Farbe bekennen und alles auf eine Karte setzen?

Film-Blog.tv meint:
Die Brainpool-Produktion „Stromberg“ hat sich in fünf TV-Staffeln eine treue Fangemeinde aufgebaut. Sehr zu recht: die Bürokomödie bricht mit vielen TV-Standards. Sie ist frech und ausgesprochen humorvoll geschrieben, und sie profiert von einem bestens eingespielten Ensemble mit vielen Talenten.

Funktioniert der Transfer des Serienformats mit 25-minütigen, locker verbundenen Episoden auf die große Leinwand? Geht der Bürokrieg in Spielfilmlänge? Ganz eindeutig ja! „Stromberg – Der Film“ bedient die Erwartungen der Serien-Fangemeinde und funktioniert gleichermaßen als eigenständiges Produkt für alle, die die Serie verpasst haben (nachholen!). Der Durchbruch der „vierten Wand“ – Schauspieler, die direkt in die Kamera sprechen –, die Spannungen unter den Charakteren zwischen Liebe und Kleinkrieg: der Film greift die Erfolgselemente der Serie auf und transferiert sie in ein neues Format. Dazu gehören auch die vom brillianten Ralf Husmann verfassten Sprüche von „Papa“ Bernd Stromberg, gerne unter der Gürtellinie: „Ne Firma ist wie ’ne Ehefrau, die fickt dich wenn du gar nicht mehr damit rechnest“.
Die Produzenten liefern dabei mehr als nur eine Episode in Überlänge; sie erzählen eine tragfähige Geschichte mit einer spannenden Dramaturgie. Und einem sehr überraschenden Ende. Ab jetzt ist „Stromberg“ nicht nur eine TV-Serie, sondern auch ganz großes Kino.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Die Niederlassung wird geschlossen! Bernd Stromberg muss es zufällig vom Hausmeister erfahren, während einer seiner Kollegen schon eine neue Existenz aufbaut, in dem er vor der Arbeit Pakete ausfährt. Da kommt die Belegschaftsfahrt zur Fünfzigjahrfeier in der Zentrale genau richtig: dort wittert Stromberg die Chance auf eine neue Stelle. Diese Absicht verfolgt auch sein Stellvertreter Berthold „Ernie“ Heisterkamp, mit dem Stromberg nun in einem permanenten Machtgerangel liegt. In der Zentrale trifft er auf mehrere ehemalige Kollegen, mit denen er in der Vergangenheit sämtlich Konflikte austrug. Und seine flapsige Art schlägt auch beim Management schnell Türen zu. „Der Bernd“ wäre nicht der Bernd, wenn er das Ruder nicht durch Oberflächlichkeit, Aggresivität und Opportunismus herumreißen würde. Er wird darauf ausgewählt, den Mitarbeitern die Standortschließung zu vermitteln. Das Vertrauen der Unternehmensführung führt soweit, dass ihm der Leiter des Personalmanagements Klaus Klinkhammer einen luxuriösen Dienstwagen zur Verfügung stellt und ihn spontan zu einer Vorstandsfeier einlädt. Zu dieser bringt Bernd seine Kollegin Jennifer mit. Er will sie beeindrucken, denn mit ihr möchte der sonst als Egoist auftretende Macho eine feste Beziehung eingehen. Überrascht stellen beide fest, dass die Vorstände sich in der Villa mit gekauften Damen vergnügen. Das Paar verlässt die Orgie, das Blatt wendet sich. Stromberg erhält am nächsten Morgen eine fristlose Kündigung. Das lässt der Papa nicht mit sich machen – ein Aufstand bricht los, der Wellen schlägt. Sehr große Wellen…

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In den acht Jahren ihres Bestehens hat die Brainpool-Serie „Stromberg“ eine loyale Fanbase aufgebaut. Als sich die Produzenten entschlossen, den Kinofilm über „Crowdfunding“ möglich zu machen, spülte das innerhalb einer einzigen Woche eine Million Euro in die Kassen, berichtete seinerzeit das Handelsblatt. Damit war das Finanzierungsziel bereits nach kürzester Zeit erreicht.

Die privaten Investoren werden nicht enttäuscht. Die Verfilmung bedient die Serienfans, in dem sie viele Elemente der TV-Serie schön aufnimmt. Das beginnt mit dem alten Subaru des Titelhelden, hier mutig mit lesbarem Kennzeichen in Szene gesetzt, und der Fahrstuhlszene des verankerten Serienindikativs, hier aus anderer Perspektive. Auch liebevolle Details, wie ein Reisebus aus dem fiktiven Ort Finsdorf, nehmen Bezug auf die Serie. Finsdorf war der Verbannungsort des in Verruf geratenen Abteilungsleiters Schadensregulierung M bis Z.

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Anders als die TV-Episoden erzählt der Film linear. Autor Ralf Husmann musste seine Meute hierzu aus dem Büro holen; seine Titelfigur Stromberg durchlief mit dem Versicherungsteam alle Facetten des Bürokosmos, vom Kellerarchiv bis zum Top-Management. Hier waren die möglichen Handlungsfäden nach 46 Episoden erschöpft, und so reisen die Schadensregulierer zu einer Jubiläumsfeier in der Konzernzentrale.

Im Serienverlauf fuhr der Charakter Bernd Stromberg die Karriereachterbahn, vom Abteilungsleiter in die Registratur und zurück, strafversetzt in die miefig-dörfliche Diaspora und in das Top-Management. Der Film musste diese Entwicklung brechen und einen Schlusspunkt setzen. In den knapp zwei Stunden des Films zeichnet Autor Ralf Husmann jedoch noch einmal eine beachtliche Bewegung zwischen Aufstieg und Fall im Wechsel.

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Und lässt die Situation zum Finale eskalieren. Der angeschlagene Versicherungskonzern will sich neu positionieren. Eine Werbekampagne soll Vertrauen bei den Kunden aufbauen und Ehrlichkeit demonstrieren, intern will man die Teamfähigkeit verbessern und Sexismus beenden. Während den Mitarbeitern dieses neue Gesicht bei der Betriebsversammlung im Vier Sterne-Hotel vermittelt wird, sind die Rationalisierungspläne bereits in der Schublade und zur dekadenten Vorstandsfeier werden Prostituierte geladen. Als Stromberg diese Widersprüche zufällig aufdeckt und fristlos entlassen wird, stellt er sich als Märtyrer dar. Die Protestwelle der Mitarbeiter gegen den Vorstand breitet sich aus, und über die Medien greift die Bewegung auf die Bevölkerung über. Pro Sieben, Sat 1 und Kabel 1: hier nutzen die Macher der Serie ihre Netzwerke, um Nachrichtenausschnitte zu simulieren. An den Hauswänden finden sich gesprühte Stempel mit dem Stromberg-Portrait, ganz wie Che Guevaras Abbild.

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Die erfolgreich in das Spielfilmformat transferierte Serie funktioniert losgelöst, macht aber Kennern der Serie mehr Spaß. Um so mehr, als viele vertraute Charaktere auftauchen: dazu gehören Sinan Turçulu und Tatjana Berkel aus der ersten Staffel. Selbst die in der Serie verstorbene Mitarbeiterin Erika Burstädt wird als Darstellerin in einer TV-Werbung wiedererweckt.

Viele weitere frühere Ensemblemitglieder tauchen mit kurzen Aussagen in den Credits auf. Dabei sticht Autor Ralf Husmann in der Rolle eines Capitolmitarbeiters hervor. Er sagt, dass so jemand wie Bernd Stromberg typisch deutsch ist und anderswo nicht vorstellbar wäre, zum Beispiel in England. Genau dort rief Ricky Gervais „The Office“ ins Leben – die Serie, von der die Stromberg-Macher hemmungslos abkupferten. Neben der tragfähigen Handlung mit hohem Unterhaltungswert sind es diese Reminiszenzen und augenzwinkernden Anspielungen, die den Fans einen Mehrwert bieten.

Bei der ungebrochenen Kreativität von Autor Ralf Husmann und Regisseur Arne Feldhusen, bei der Spielfreude des gesamten Ensembles ist es schade, dass dies der Schlusspunkt der Erfolgsserie sein soll!

Das Bild ist klar und konturiert, die Ausleuchtung stimmig in den Außen- und dominierenden Innenaufnahmen. Die Dialoge sind deutlich aufgenommen und gut balanciert. Da uns für die Rezension „nur“ ein Stream zur Verfügung stand, wurde uns eine Blu-ray von „Stromberg – Der Film“ zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Der Gewinner kann sich selbst einen Eindruck von der Bild- und Tonqualität machen und uns mitteilen. Wir werden dann diese Eindrücke hier veröffentlichen!

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Gewinnspiel
Folgende Frage gilt es zu beantworten: Nennt uns einen weiteren Film mit Christoph Maria Herbst! Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1 x Blu-ray „Stromberg – Der Film“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 15.09.2014 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Sony Music Entertainment präsentiert „Stromberg – Der Film“ auf Blu-ray, DVD und als VoD.
Das Verlosungsexemplar wurde von Sony Music Entertainment zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: Stromberg – Der Film
Land / Jahr: Deutschland / 2013
Genre: Komödie
Darsteller: Christoph Maria Herbst: Bernd Stromberg; Bjarne Mädel: Berthold „Ernie“ Heisterkamp; Oliver Wnuk: Ulf Steinke; Diana Staehly: Tanja Steinke (geb. Seifert); Milena Dreißig: Jennifer Schirrmann; Laurens Walter: Lars Lehnhoff; Maja Beckmann: Sabine „Sabbel“ Buhrer; Peter Rütten: Herr Pötsch; Carsten Meyer: Alleinunterhalter Günni; Michael Wittenborn: Capitol-Vorstand Klaus Klinkhammer; Jürgen Rißmann: Hausmeister; Sinan Akkus: Sinan Turçulu; Tatjana Alexander: Tatjana Berkel; Max Kluge: Marvin; Stefan Lampadius: Steffen Lambert; Suzanne Landsfried: Mitarbeiterin Landsfried; Maximilian Mauff: Jonas; Dagny Dewath: Helena; Jan Georg Schütte: Trappe; Rita Winkelmann: Mitarbeiterin Rita Klüver; Marc Zwinz: Herr Bröker; Frank-Walter Steinmeier: Als er selbst; Prashant Prabhakar: Mitarbeiter Prashant; Frank Montenbruck: Mitarbeiter Montenbruck; Joe Henselewski: Mitarbeiter Müller; Andreas Hermann: Mitarbeiter Hermann; Ariane Raspe: Mitarbeiterin Schneider; Godehard Giese: Hartmut Münchow; Karin Hanczewski: Empfangsdame Hotel u.a.
Regie: Arne Feldhusen
Drehbuch: Ralf Husmann
Produktion: Ralf Husmann
Kamera: Johannes Imdahl
Schnitt: Benjamin Ikes
Ton: Andreas Turnwald

Blu Ray-Disc ™
Laufzeit: ca. 121 Min. + 158 Minuten Bonus
Bildformat: 16:9 – 1.77:1
Tonformat: Dolby 5.1
Sprachen: Deutsch
Untertitel:
Bonus: umfangreiches Making-of von und mit Ralf Husmann, Deleted Scenes, Interviews mit allen Hauptdarstellern und Trailershow und vieles mehr
FSK: 12
Webseite zum Film: Stromberg – Der Film
http://www.stromberg-der-film.de