The Bridge 2: Über Grenzen hinaus

bridge2_coverDie hochkarätige US-Adaption der dänisch-schwedischen Erfolgsserie „The Bridge“ geht in die zweite Runde und beschert den Zuschauern, neben Diane Kruger, eine weitere deutsche Topschauspielerin: Gaststar Franka Potente beweist sich als skrupellose Mennonitin Eleanor Schrock. Diesmal geraten die Ermittler in dem Serienkillerdrama immer weiter in die Tiefen von Korruption und Drogenkrieg im Grenzbereich.
Die beiden grundverschiedenen Kommissare Sonya Cross und Marco Ruiz ermitteln im Mordfall eines Kartellmitgliedes, dessen Leichnam auf der amerikanischen Seite der Brücke zwischen El Paso und Juárez gefunden wird. Der Fall zieht die Cops schnell in ein weitreichendes Netz aus Geldwäsche, Polizeikorruption und dem Juárez Drogenkrieg, der auch die Straßen von El Paso unsicher macht…

Film-Blog.tv meint:
Wer die erste Staffel der us-amerikanischen Adaption gesehen hat, muss nicht überlegen: „The Bridge 2“ ist ein Muss. Die Handlung emanzipiert sich etwas von der skandnavischen Vorlage und entwickelt mehr Eigenständigkeit. Auch wenn die Spannung vielleicht etwas hinter der ersten Staffel zurückbleibt, ist sie absolut gesehen noch immer ausgesprochen hoch. Die Einheit aus ambitioniertem Schauspiel, dichter Story und Produktionsqualität macht auch die zweite Staffel sehenswert.

„The Bridge 2“ schließt thematisch direkt an den Abschluß von Staffel 1 an. Texas Detective Sonya Cross kämpft gegen die Schatten ihrer Vergangenheit, und auch ihr mexikanischer Partner Marco Ruiz muss mit seinen Traumata umgehen. In Staffel 1 wurde er von seiner Frau verlassen und sein Sohn wurde getötet.

Drogentransporte sowie Geldwäsche durch das Kartell und durch Unterstützer der Regierung beschäftigen die beiden Ermittler aus Juarez und El Paso. Dabei findet das Geschehen nun vermehrt auf beiden Seiten der Grenze zwischen der USA und Mexiko statt. Die us-amerikanische Adaption findet in der zweiten Staffel vermehrt ihre eigene Identität gegenüber der skandinavischer Vorlage.

Die Pausetaste wird definitiv zum Freund, wenn man das Ansehen einmal unterbrechen möchte, denn in der dichten Handlung mit ihren vielen Strängen ereignen sich wesentliche Ereignisse häufig im Minutentakt. Wer dem Serienverlauf folgen möchte, sollte wirklich konstant dranbleiben.

Die Spannung der ersten Staffel wird nicht ganz erreicht. Das ist allerdings nur ein relativer Nachteil, denn die Messlatte wurde durch die ersten Folgen einfach unglaublich hochgelegt. Wer „The Bridge Season 1“ gesehen hat, sollte Detective Sonya Cross vom El Paso P. D. unbedingt erneut durch ihre weiteren Ermittlungen an der Staatsgrenze USA-Mexiko begleiten. Season 1 sollte man aber vorher gesehen haben, denn die zweite Staffel baut vollständig auf ihrem Vorgänger auf.

Übermäßig zartbesaitet sollte der Zuschauer nicht sein, denn die skrupellosen Gewaltverbrechen im Drogenmilieu sind nicht ohne. Die Phanatsie, die bei der Tötung und Erniedrigung von Widersachern gezeigt wird, ist beachtlich Dafür entschädigt der unfreiwillige Humor der Ermittlerin Sonya Cross, mit ihrer ganz eigenen Art Emotionen zu zeigen. Etwa dort, wo sie einem fremden Mann unvermittelt an sein Geschlechtsteil greift und die sehr überraschte Frage nach dem Grund ehrlich mit „Vorspiel“ beantwortet.

Neben der spannenden Handlung diskutiert Staffel 2 vermehrt Unterschiede in sozialem Status und Herkunft; die Nachbargemeinden auf beiden Seiten der Staatengrenze sind frappierend. Hier geht „The Bridge 2“ über eine reine Krimiserie hinaus, und thematisiert die bemerkenswerte Unterschiedene ähnlich wie die Autoren Daron Acemoglu und James A. Robinson eingangs ihrer Analyse „Warum Nationen scheitern: Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut“.

Eine dritte Staffel ist nicht geplant, aber durchaus denkbar. Einige offene Handlungsstränge am Ende der zweiten Staffel bieten ausreichende Anknüpfungspunkte. Zu wünschen wäre es dieser gut gemachten Serie.

Wie bereits in der Vorgängerstaffel zeigt das Bild erneut eine sehr gute Schärfe, die Kamera hat ein Gefühl für Ästhethik und Stimmung. Die Bilder sind kontastreich und dynamisch, der Ton ist präsent und lässt keine Wünsche offen. Die Dialoge sind klar verständlich, und erneut teils auf Spanisch, dann untertitelt.

Twentieth Century Fox präsentiert „The Bridge 2“ ab 22. Januar 2015 auf DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Twentieth Century Fox zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: The Bridge 2
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: Krimi, Thriller, Serie
Darsteller: Diane Kruger – Detective Sonya Cross, Demián Bichir – Det. Marco Ruiz, Annabeth Gish – Charlotte Millright, Thomas M. Wright – Steven Linder, Ted Levine – Lieutenant Hank Wade, Matthew Lillard – Daniel Frye u. a.
Idee: Meredith Stiehm, Elwood Reid
Drehbuch: Meredith Stiehm, Elwood Reid
Produktion: Patrick Markey
Kamera: David J. Frederick
Musik: Shawn Pierce
FSK: 16

DVD
Laufzeit: ca. 9 Stunden + Bonus auf vier DVDs
Bildformat: 1,78:1 / 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch u.a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.
Extras: Die Entstehung der Episoden „Yankee“, „Jagd auf ein Phantom“, „Der Flug der Schmetterlinge“, „Auf offener Straße“, „Vergeltung“, „Das Komplott“, „Gnadenlos“, „Aus und vorbei“, „Killerkommando“, „Blutspur“, „Das Verhör“ und „Tanz auf dem Vulkan“, Verschwommene Grenzen

Webseite zum Film: The Bridge