The Bridge: Ein Killer jagt die Jäger

bridge_cover“The Bridge – America“ ist eine US-amerikanische Krimiserie von Meredith Stiehm und Elwood Reid. Sie basiert auf der dänisch-schwedischen Krimiserie „Die Brücke – Transit in den Tod“ und versetzt die Handlung auf die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko.
Auf der Bridge of the Americas an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze bei El Paso (USA) und Ciudad Juárez (Mexiko) wird eine Leiche gefunden, die genau auf der Grenzlinie geteilt ist. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um zwei verschiedene Frauenleichen handelt, die vor Ort zu scheinbar einer zusammengelegt wurden. Die US-amerikanische Polizistin Sonya Cross und der mexikanische Polizist Marco Ruiz ermitteln gemeinsam.

Film-Blog.tv meint:
Ein Serienmörder tötet in Texas. Der Täter ist den Ermittlern voraus, und er dreht die Rollen, in dem er die Agenten in die Ecke treibt. Das US-Remake der skandinavischen Thrillerserie „Die Brücke – Transit in den Tod“ überzeugt durch eine Handlung, die den Spannungsbogen gekonnt über die vollen zehn Stunden Laufzeit aufrecht erhält und ergänzt eine sehenswerte Fotografie. Diane Kruger überzeugt als FBI-Agentin, die mit dem Asperger-Syndrom ihren ganz eigenen Weg geht.

Auf der „Bridge of the Americas“ zwischen Chihuahua in Mexiko und Texas liegt ein Mordopfer. Die Grenze wird gesperrt, selbst für einen Rettungswagen mit einem Herzinfarkt-Patienten an Bord. Der mexikanische Ermittler Marco Ruiz winkt ihn durch, und er überlässt seinen us-amerikanischen Kollegen auch gerne den Teil des grausigen Funds auf seiner Seite der Brücke: er hat genug Tote im eigenen Gebiet. Die Ermordete wird als Richterin identifiziert. Ermittlerin Sonya Cross befragt den Ehemann der Verstorbenen und geht dabei unsensibel und emotionslos vor. Sie leidet am Asperberger-Syndrom. Mit dieser Form von Autismus zeigt sie wenig Empathie für ihre Mitmenschen.

bridge_01

Bei der Obduktion wird deutlich, dass der Oberkörper weiß ist, die Beine braun: es handelt sich um zwei Tote, zusammengesetzt zu scheinbar einem Körper. Nach der Identifikation des mexikanischen Mordopfers findet Marco Ruiz, dass die getötete Mexikanerin nur sechs Straßen von seinem Haus entfernt umgebracht wurde. Er beginnt sich in dem Fall zu engagieren.

bridge_02

Es bleibt nicht bei den beiden Toten auf der Brücke: der Serienkiller schlägt wieder und wieder zu. In einer verzerrten Telefonbotschaft übermittelt er, dass er eine Ungleichbehandlung sieht: der Tod von Mexikanern werde nicht ausreichend verfolgt. In seinen Anschlägen geht er kreativ vor. Er schließt Menschen mit einer Bombe in einem Auto ein, läßt sie langsam ertrinken, sperrt sie mit einer Handgranate in eine Hütte, vergiftet Flüchtlinge in der Wüste mit manipuliertem Wasser und verwickelt sie in einen schweren Auffahrunfall. Der Killer hat eine Rechnung offen, und davon sind viele Menschen betroffen.

An den Fundorten finden sich Perlen. Diese Hinweise sind eng mit dem Motiv des Mörders verbunden, aber was treibt ihn an, und wer ist der Serienkiller, der sich den Zugriffen der mexikanischen Ermittler ebenso entzieht wie denen des FBI?

bridge_03

Im Verlauf der Handlung ergeben sich neue Beziehungen der Handelnden zueinander, und das Blatt wendet sich: die Jäger werden zu Gejagten, sie sind enger mit den Morden verwben als ihnen bewusst ist. Und ihnen auf den Fersen ist ein gnadenloser Serienkiller, der aus dem Nichts unerwartet zuschlägt.

Und selbst als das Netz um den Massenmörder dichter wird, ist noch längst nicht alles sonnig in Texas: denn gleichzeitg kidnappt ein Menschenhändler Frauen. Die Fotos der Vermissten bedecken eine ganze Wand, die Öffentlichkeit nennt ihn „das Biest“…

Die Serie von Meredith Stiehm und Elwood Reid eröffnet in einer beachtlich dichten Produktion eine Reihe von Handlungssträngen. Dazu gehören wiederholt verschiedene Aspekte der illegalen Immigration von Mexiko in die USA, über ein Tunnelsystem und durch korrupte Schleuser, Menschenhandel, Missbrauch und Entführung. „The Bridge“ gelingt es, die Aufmerksamkeit des Zuschauers über die gesamte Länge der 13 Folgen konstant zu halten, denn die Entwicklungen sind vielfältig und die Charaktere mehrdimensional.

bridge_04

Die Serie überzeugt mit gutem Schauspiel. Allen voran Diane Kruger als leicht autistische Ermittlerin Sonya, ein sehr gutes Buch und ambitionierte Kameraarbeit. Sonya darf sich im Serienverlauf entwickeln und vermehrt Emotionen zeigen; ihre Beziehung zum mexikanischen Kollegen Marco Ruiz wandelt sich mehrfach. Diane Kruger überzeugt schauspielerisch, und das Englisch der Schauspielerin Diane Heidkrüger aus Algermissen, die in Paris gemodelt und studiert hat, ist perfekt und akzentfrei. Bestätigt auch die us-amerikanische Fraktion von film-blog.tv.

bridge_05

Der zehnstündige Thriller ist nicht frei von Humor. Diesen treibt auch Sonya an, ohne dabei autistische Menschen zu diskreditieren. Ihre Art, eine Beziehung für eine Nacht aufzubauen, lässt den Umworbenen staunen und den Zuschauer in ihrer unverfälschten Direktheit schmunzeln.

Die FSK-Einstufung „18 Jahre“ ist überraschend restriktiv. Dennoch: für sehr junge Menschen ist die Serie keineswegs geeignet, denn die Gewaltdarstellung ist deutlich, und in der Inszenierung der Sexualität ebenfalls nicht scheu.

Das Bild zeigt eine sehr gute Schärfe, die Crew generiert immer wieder ästhetische Aufnahmen mit kunstvoller Ausleuchtung. Die Stimmung ist gewollt dunkel und domiert von Braun- und Sandtönen, dabei ist das Bild jedoch dynamisch und kontrastreich. Der Ton kommt druckvoll aus dem Soundsystem, die Dialoge sind klar und differenziert. Spanische Dialoge finden wiederholt über längere Strecken statt und sind untertitelt.

Das Titelstück, „Until I Am One With You“ von Ryan Bingham, unterstreicht die Stimmung der Serie sehr schön. Musik wird sonst sparsam eingesetzt; dabei geht das pointiert inszenierte Stück „Push the Sky Away“ von Nick Cave in einer Abschiedsszene unter die Haut und potenziert die Wirkung der ohnehin kunstvollen Szene.

Die Pilotfolge lässt sich optional mit einem Audiokommentar abspielen.

Twentieth Century Fox präsentiert „The Bridge“ seit 15. August 2014auf DVD. Die Rezensionsexemplare wurde von Twentieth Century Fox zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

bridge_06

Originaltitel: The Bridge
Land / Jahr: USA / 2013
Genre: Krimi, Thriller, Serie
Darsteller: Detective Sonya Cross: Diane Kruger; Det. Marco Ruiz: Demián Bichir; Charlotte Millright: Annabeth Gish; Steven Linder: Thomas M. Wright; Lieutenant Hank Wade: Ted Levine; Daniel Frye: Matthew Lillard u. a.
Regie: Alex Zakrzewski, Gerardo Naranjo, Sergio Mimica-Gezzan, Charlotte Sieling, Bill Johnson
Drehbuch: Meredith Stiehm, Elwood Reid
Produktion: Patrick Markey
Kamera: David J. Frederick
Musik: Shawn Pierce; Titelmusik: “Until I Am One With You” von Ryan Bingham
FSK: 18

DVD
Laufzeit: ca. 566 Min.
Bildformat: 1,78:1 / 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.
Extras: Pilotfolge mit Audiokommentar, Die Entstehung von The Bridge, Die wahre Geschichte der „Bridge of the Americas“ mit Damien Cave, Entfallen Szenen, Audiokommentar von Diane Kruger, Demián Bichir, Elwood Reid und Meredith Stiehm

Webseite zum Film: The Bridge