The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben: Alan und Christopher

imitation_coverEngland, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs: Der geniale Mathematiker Alan Turing wird vom britischen Geheimdienst engagiert, um – gemeinsam mit einer Gruppe von Code-Spezialisten – den als unentschlüsselbar geltenden Enigma-Code der deutschen Wehrmacht zu knacken. Mit unkonventionellen Methoden und seiner arrogant wirkenden Art macht sich Turing jedoch keine Freunde unter seinen Kollegen und bringt zusätzlich seine Vorgesetzten schnell gegen sich auf: Sie stellen ihm ein Ultimatum. Nur die junge Mathematikerin Joan Clarke hält zu ihm – sie sieht in ihm eine verwandte Seele, einen Außenseiter, der sich gegen alle Widerstände durchsetzen muss. Während Turing fieberhaft an einer elektrischen Rechenmaschine arbeitet, die Enigma entschlüsseln soll, kommen sich die beiden näher. Doch das Genie Turing hat ein wohl gehütetes Geheimnis. Sollte es an die Öffentlichkeit kommen, wäre sowohl das Enigma-Projekt, als auch Turing persönlich in großer Gefahr…

Film-Blog.tv meint:
In wie weit die Story, die hier erzählt wird, historischen Tatsachen gerecht wird, darüber lässt sich wahrscheinlich streiten. Zumal die Briten selbst die Akte Turing über Jahrzehnte geheim gehalten haben. Davon unberührt ist „The Imitation Game” ein Film, der in erster Linie wegen Benedict Cumberbatch sehenswert ist. Seine, schon in „Sherlock Holmes“ gezeigte, Ambivalenz trägt den Film. Die Gratwanderung des Mathe-Genies, das seine verletzte Seele und das Versteckspiel um seine Homosexualität mit Arroganz zu überspielen versucht, meistert Cumberbatch mit einer schauspielerischen Darbietung, die „The Imitation Game”, trotz eigentlich durschschnittlichem Drehbuch, zum cineastischen Genuss macht.

„Manchmal sind es die Menschen, von denen es man sich am wenigsten vorstellen kann, die etwas leisten, was bis dahin unvorstellbar war.“ (Joan Clarke)

„The Imitation Game“ spielt in drei Zeitebenen. Der Film beginnt mit dem polizeilichen Verhör in denm 50iger Jahren – Turing wurde wegen seiner Homosexualität, die seinerzeit in Großbritannien verboten war – festgenommen. Worauf er dem Polizeiinspektor seine Geschichte erzählt. Schnitt.

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England im Krieg. Die deutsche Wehrmacht gibt sich überhaupt keine Mühe, ihre Funksprüche geheim zu halten. Denn sie funken ihre Morsezeichen verschlüsselt. Ihre Wundermaschine ist die „Enigma“. Den Briten gelang es zwar, eine Enigma zu bekommen, doch da der Code alle 24 Stunden geändert wird, ist es mit menschlichen Möglichkeiten unmöglich ihn zu Entschlüsseln. Turing eckt mit seiner Arroganz bei den Militärs und seinen Kollegen an. Einzig Joan Clarke, die als Frau eigentlich in dieser Abteilung gar nicht eingesetzt werden dürfte, hält zu ihm. Er hat sie aufgrund ihrer Fähigkeiten ein Kreuzworträtsel schneller als er zu lösen gegen alle Widerstände ins Team geholt.

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Die dritte Zeitebene spielt in der Kindheit Turings. Im Internat hat er, wegen seiner alles andere als zugänglichen Art, nur einen Freund: Christopher. Die beiden Jungs verbindet mehr, als sie zugeben dürfen. Das wird dem Betrachter schnell klar. Als Christopher noch als Kind an Tuberkulose stirbt, ist Turing im College auf sich alleine gestellt, er verschließt sich noch mehr.

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Um den Anschein eines normalen Lebens zu wahren und sich keinen Verdächtigungen auszusetzen, verlobt sich Turing sogar mit Clarke, was ihm zeitweise sogar ein wenig Ruhe bringt. Als die Schwierigkeiten mit den Vorgesetzten zu groß werden, wendet sich Alan an Winston Churchill, der ihm prompt die Leitung des Projekts überträgt. Als erste Maßnahme feuert er zwei Kollegen, die ihm unfähig erscheinen. Was die Zusammenarbeit mit den Militärs nicht unbedingt einfacher macht. Denn Turing entwickelt und baut eine Dechiffriermaschine, die den Code der Enigma knacken soll. Leider fehlt die „Software“ dafür. Und täglich sterben tausende alliierter Soldaten bei den deutschen Angriffen. Schließlich wird Turing ein Ultimatum gestellt …

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Es ist immer etwas schwierig, bei einem Film mit historischem Hintergrund, dessen Ausgang allgemein bekannt ist, die Spannung hochzuhalten. Das gelingt Morten Tyldum nach dem Drehbuch von Graham Moore recht gut. Indem er geschickt durch die drei Zeitebenen springt und sich auf die Darstellung der Persönlichkeit von Turing als Hauptakteur beschränkt. Der Rest ist Staffage. Und das gelingt, dank eines hervorragenden Benedict Cumberbatch sehr gut. Er ist es, der „The Imitation Game“ zum Erlebnis macht. Obwohl er alles andere als einen Sympathieträger darstellt, fiebert man mit der faszinierenden Persönlichkeit mit.

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Das Bild der Blu-ray Disc™ sind auf aktuellem Stand der Technik. Auch bei Großprojektion ist es stets scharf, kontrastreich und fein aufgelöst. Dem stet der Ton in keener Weise nach, die Boxen des Surroundsystems warden fleißig beschickt und sorgen für viel Atmosphäre.

Die Universum Film GmbH präsentiert „The Imitation Game“ ab 26. Juni 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Studio der Universum Film GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: The Imitation Game
Land / Jahr: USA, GB / 2014
Genre: Drama
Darsteller: Benedict Cumberbatch: Alan Turing, Keira Knightley: Joan Clarke, Matthew Goode: Hugh Alexander, Mark Strong: Maj. Gen. Stewart Menzies, Charles Dance: Alastair Denniston, Allen Leech: John Cairncross, Matthew Beard: Peter Hilton, Rory Kinnear: Detective Nock, Alex Lawther: junger Turing, Jack Bannon: Christopher Morcom, Victoria Wicks: Dorothy Clarke, Joans Mutter, Tuppence Middleton: Helen, James Northcote: „Jack“ Good, Steven Waddington: Superintendent Smith u. a.
Regie: Morten Tyldum
Drehbuch: Graham Moore
Produzenten: Nora Grossman, Ido Ostrowsky, Teddy Schwarzman
Kamera: Óscar Faura
Schnitt: William Goldenberg
Musik: Alexandre Desplat
FSK: 12

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 114 Min. + Bonus
Bildformat: 2,40:1 / 16:9
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Interviews, Featurettes, Making of, Wendecover

Webseite zum Film: The Imitation Game