The IT Crowd – Version 1.0 – 3.0 (Staffel 1-3): Monty Python lebt!

it_coverVon den Machern von „The Office“ und „Father Ted“ kommt „The IT Crowd“, die populäre und preisgekrönte britische Sitcom, die über 20 Länder bereits im Sturm erobert hat: Roy und Moss schuften im verwahrlosten Keller einer großen Firma als telefonisches IT Help Desk. Während Roy neben seiner miesen Arbeitseinstellung auch ständig ein Auge auf Frauen hat, wird Moss nach wie vor von seiner Mutter angezogen und führt eine Sprühdose mit Wasser bei sich, mit der er seine Ohren besprüht, wenn sie heiß werden. In dieses aufregende Leben zwischen Usern, Pizza, Science Fiction und Firewalls dringt Jen als neue Abteilungsleiterin ein. Ein karrierebewusster, einscheidungsfreudiger Grünschnabel, eine Frau, die das eine Ende des Laptops nicht vom andern unterscheiden kann. Begleiten wir die Fachidioten und ihre schusselige Abteilungsleiterin dabei, Abenteuer auf einem ganz neuen Level zu erleben. The IT Crowd – Version 1.0 – 3.0 ist einfach & fehlerfrei zu installieren und dabei auch noch gnadenlos lustig.

Film-Blog.tv meint:
Skuriller britischer Humor der feinsten Art, brilliante Schauspieler und knochentrockene Pointen: die Serie „The IT-Crowd“ des britischen Senders Channel4 setzt dort auf, wo Monty Pythons Männer die Bühne altersbedingt verliessen. In einem fiktiven britischen Großunternehmmen entlarven sie so einige alltägliche Idiotien, die uns im Berufsleben gerne einmal begegnen. Vor allem die drei Hauptpersonen, aber auch das gesamte Ensemble legen ihre Charaktere sehr individuell an. Sie verbinden alltäglich bekanntes mit einem herrlich schrägen Humor, wie er in dieser Form wohl nur aus England kommen kann. Es gelingt ihnen, Alltäglichkeiten herrlich zu überzeichnen. So wird der Fußweg zum abgelegenen Raucherbereich mit einem Mal zum Flüchtlings-Treck mit Menschen, die im russischen Winter erschöpft zurückbleiben. In der Dunkelheit des Rechenzentrums haust der ehemalige Top-Manager, den die Band „Cradle of Filth“ zum Goth („Gruftie“) werden ließ.
Humor ist immer subjektiv. Meinen Nerv trifft die Serie in sehr hohem Maß, und damit bin ich nicht alleine: Fans in vielen Ländern lieben „The IT Crowd“ ebenso. Finger weg von allen Kopien! Auch die deutsche Nachahmung floppte, trotz Sky du Mont. Das Original ist einzigartig und britisch-magisch.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Jen sitzt im Vorstellungsgespräch. Ihr gegenüber Denholm Reynholm, der Eigentümer der Reynholm Industries. Im Business-Kostüm und ihren Designerschuhen wirkt Jen professionell. Reynholm will sie in der IT-Abteilung einsetzen, da er glaubt, dass diese Profession in Janes Lebenslauf stand. Das ist zwar nicht der Fall, aber sie will den Job in diesem Konzern! Also zählt sie ihre entsprechenden Kompetenzen auf: sie kann alles! E-Mails senden, empfangen und löschen. Und alles an der Mouse: klicken, doppelklicken, rechtsklicken. Reynholm hat noch weniger Ahnung als seine Bewerberin und stellt sie schwer beeindruckt als Führungskraft ein. Und dies ist der Beginn einer der wundervollsten mir bekannten Serien.

„Hello, IT? Have you tried turning it off and on again?“ Roy hat keine Lust, sich lange mit problemgeplagten Anwendern herumzuschlagen. Sein Kollege Moss ist Nerd und bringt mehr Geduld mit. Schnell wittern sie, dass ihre neue Vorgesetzte keine Kompetenzen mitbringt und wollen sie bei Reynholm anschwärzen. In seinem Büro werden sie Zeuge, wie der Manager gerade eine ganze Abteilung feuert, weil dort der Teamgeist fehlt. Sie schwenken um und verlassen die Chefetage unter einem Vorwand: Eine Schicksalsgemeinschaft ist geboren.

Zurück im Kellerbüro sucht eine hübsche Kollegin Ron. Mit einem Lächeln gibt er sich zu erkennen, worauf ihn die junge Frau niederschlägt und verprügelt, während sie mehr Respekt am Telefon einfordert. Jen bemerkt ihren Schuh, den sie als Schlagwerkzeug benutzt, und verwickelt sie in eine Diskussion und Marke und Preis. Damit hat sie ihren Platz im IT-Team gefunden: sie ist nun Relationship Manager und leitet die beiden Kollegen durch das soziale Umfeld im Unternehmen, in dem sie sich unsicher bewegen.

Nach dieser Pilotfolge bietet sich ein Feuerwerk an Skurrilitäten. Zum Beispiel eine Fernsehwerbung mit fröhlicher Musik, die eine neue, kommerzielle Notrufnummer bewirbt: „O one one eight – nine nine nine – eight eight one nine nine – nine one one nine – seven two five. Three.“ Als Moss das Büro mit dem Lötkolben in Brand setzt, ist ihm die Nummer entfallen. In distinguiertem Englisch verfasst er einen Notruf per E-Mail. Den Text formuliert er mehrfach um, es soll ja gut klingen. Auch ein gemeinsamer Theaterbesuch der Abteilung entwickelt sich zum Fiasko. Roy und Moss haben Hemmungen, weil sie sich von einem Toilettenmann beobachtet fühlen. Als Roy ungestört die Behindertentoilette benutzt und versehentlich den Notruf auslöst anstatt die Spülung, muss er eine Rolle spielen, die herrlich skurril eskaliert und viel weiter trägt, als es gut für ihn ist. Während sein Kollege Moss, der sich für das Personal-WC entschieden hat, nun ungeplant als Barkeeper des Theaters arbeitet…

Und nicht zuletzt wird in der ersten Staffel ein sehr dunkles Geheimnis gelüftet: was verbirgt sich hinter der roten Tür im IT-Keller, die unter keinen Umständen geöffnet werden darf?

„IT-Crowd“: das kann mit einzelnen Buchstaben für Informationstechnologie gelesen werden, oder „it“ zusammen für die „angesagten Leute“, die „es“ sind.

Ich kann eindringlich raten, die britische Originalversion anzusehen. Die Dialoge unterstreichen den britischen Humor essentiell. Zudem ist die deutsche Synchro etwas nachlässig, wenn sie etwa aus „Have you tried turning it off and on again?“ ein verdrehtes „Haben Sie es schon mit Ein- und Ausschalten versucht?“ macht. Mit Jens Wawrczeck wurde die Synchronrolle von Moss zwar hochkarätig besetzt; aber man möchte bei dieser Rolle nicht an Peter Shaw aus den „Drei ???“ denken, den Jens in unserem kollektiven akustischen Gedächtnis verankert hat.

Das Bild ist gut ausgeleuchtet und scharf, und punktet wie so viele britische Serien mehr bei Innenaufnahmen, die hier ganz überwiegend vorherrschen. Der Ton ist klar. Die Serie, die von trockenem Dialogwitz lebt, kommt ohne Soundeffekte aus. Und das ist auch gut so. Auch auf Hintergrundmusik verzichtet sie, um authentisch zu wirken. Bei der (schönen) Eingangsmelodie jeder Episode springt die Lautstärke deutlich an.

Studio Hamburg Enterprises GmbH präsentiert „The IT Crowd“ auf DVD. Die Rezensionsexemplare wurde von Studio Hamburg Enterprises zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: The IT Crowd
Land / Jahr: Vereinigtes Königreich / 2005–2013
Genre: Comedy
Darsteller: Chris O’Dowd – Roy Tenneman; Richard Ayoade – Maurice Moss; Katherine Parkinson – Jen Barber; Chris Morris – Denholm Reynholm; Noel Fielding – Richmond Avenal; Matt Berry – Douglas Reynholmu. a.
Drehbuch: Graham Linehan
Produktion: Ash Atalla
Musik: Neil Hannon
FSK: 12

DVD
Laufzeit: ca. 540 Min.
Bildformat: 16:9 – 1.77:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Deleted Scenes, Hidden Outtakes, Outtakes, Hidden Extras