The Killing: Zwei Wochen einer besonderen Ermittlung

killing-01_coverDer brutale Mord an der jungen Schülerin Rosie Larsen bestürzt ganz Seattle. Nicht nur die leitende Mordkommission ist mit der Lage überfordert, auch der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt gerät ins Stocken. Als Detective Sarah Linden dem Verbrechen auf die Spur kommt, eröffnet sich ihr ein Geflecht aus Lügen und Intrigen, das sie bis in höchste politische Kreise führt.
Das von Publikum und Kritik gleichermaßen hochgelobte US-Remake der dänischen Erfolgsserie „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ ist das Prestige-Projekt des US-amerikanischen Privatsenders AMC, der für Erfolgsproduktionen wie „Breaking Bad“, „The Walking Dead“ und „Mad Men“ verantwortlich zeichnet.

Film-Blog.tv meint:
Eine dunkle Atmosphäre und differenzierte Charaktere in einer vielschichtigen Handlung zeichnen das US-Remake der dänischen Serie „Forbrydelsen“ („Das Verbrechen“) aus. Es gelingt den Produzenten, die Spannung langsam und kraftvoll aufzubauen, ohne auf spektakuläre Effekte angewiesen zu sein. Einen noch stärkeren Fokus als die fesselnden Ermittlungen stellen die komplexen Charaktere und ihre Beziehungen zueinander dar. Die Handschrift der ursprünglichen Autoren aus Skandinavien scheint klar erkennbar durch, und dies darf man sicher als Qualitätskriterium werten.

Die Planung der Ermittlerin Sarah Linden wird durcheinandergewirbelt. Eigentlich wollte sie ihren Job aufgeben und mit ihrem Verlobten Rick aus Seattle, Washington nach Sonoma, Kalifornien ziehen. Doch ein Mord steht ihrem Umzug im Weg. Im Kofferraum eines Autos, das in einem See versenkt wurde, wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Das Fahrzeug gehört zur Kampagne von Darren Richmond, der als Bürgermeister kandidiert. Der Fall ist brisant.

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Sarahs Qualität als Ermittlerin in der Mordkommission veranlasst ihren Vorgesetzten, den geplanten Umzug an ihrem eigentlich letzten Arbeitstag zu verschieben. Ihr Nachfolger Stephen Holder stammt aus dem Drogen- und Sittendezernat und bringt wenig Erfahrung in Mordsachen mit. Sarah setzt ihr Talent ein, doch mehr als 80 Stunden Ermittlungsarbeit pro Woche belasteten ihr Privatleben.

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Die Beziehungen der Eltern des Mordopfers Rosie Larsen, der beiden eher gegensätzlichen Ermittler zueinander und der Verdächtigen entfalten sich und werden gekonnt verwoben. Den Zuschauer erwartet kein explosiver Einstieg in die Handlung. Die Geduld wird jedoch mit einer Spannung belohnt, die solide trägt und sich konstant steigert. Die Handlung entwickelt sich vor dem Zuschauer in der Ruhe und Differenziertheit eines Romans. Immer wieder tauchen neue Verdächtige auf, und immer wieder stellen sich die Spuren als Irrwege heraus. Immer wieder neue Wendungen stellen sich ein und lassen die fast zehn Stunden der ersten Staffel nie langweilig werden.

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Die Ermittlungen im Mordfall, der Umgang der Familie Larsen mit der Trauer und die Rolle des Bürgermeisterkandidaten sind geschickt verbundene Teilhandlungen. Die Situation der Eltern ist ein wesentliches Element insbesondere zum Beginn der erten Staffel. Brent Sexton und Michelle Forbes als Stanley und Mitch Larsen tragen die Verzweiflung der Eltern bei Erhalt der Mordnachricht sehr überzeugend und authentisch vor, ebenso wie den folgenden Umgang mit dem Gewalttod ihrer Tochter, der naturgemäß auch die jüngeren Geschwister trifft.

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Die Ursprungsserie aus 2007 wurde hier von Kopenhagen in Dänemark nach Seattle im US-Bundesstaat Washington transferiert. Wie auch schon die kürzlich auf film-blog.tv vorgestellte Serie „The Bridge“, ursprünglich dänisch-schwedisch, als US-Remake produziert wurde. Warum eigentlich werden die Originale nicht für den nordamerikanischen Markt synchronisiert?

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Das regnerische, dunkle Seattle bildet immerhin die ursprüngliche skandinavische Kulisse relativ gut ab und unterstützt die Film Noir-Anlehnung. Und Larsen dürfen die Eltern der ermordeten jungen Frau auch noch heißen.

Die Episoden, die meist jeweils einen Tag im Geschehen repräsentieren, sind spannend verknüpft. Man merkt, dass sich die Serie im TV behaupten musste, wo konstante Einschaltquouten erwartet werden.

Wer der Täter ist, verrät die erste Staffel von „The Killing“ nicht. Hier müssen sich Fans bis zu Staffel 2 gedulden. Mit dem starken Buch und den bemerkenswerten Schauspielern gibt es einen Grund, die Entwicklung im Mordfall Rosie Larsen weiter zu verfolgen. film-blog.tv bleibt am Ball und hofft, dass skandinavische Erzählqualität und ein großes US-Budget erneut so gut zusammenwirken…

STUDIOCANAL präsentiert „The Killing“ auf Blu-ray Disc™ und DVD. Die Rezensionsexemplare wurde von STUDIOCANAL zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: The Killing
Land / Jahr: USA / 2010
Genre: Krimi, TV-Serie
Darsteller: Sarah Linden: Mireille Enos; Stephen Holder: Joel Kinnaman; Darren Richmond: Bill Campbell; Stan Larsen: Brent Sexton; Mitch Larsen: Michelle Forbes; Terry Marek: Jamie Anne Allman; Jamie Wright; Eric Ladin; Gwen Eaton: Kristin Lehman; Belko Royce: Brendan Sexton III u. a.
Regie: Patty Jenkins
Drehbuch: Veena Sud
Produktion: Aaron Zelman, Jeremy Doner, Kristen Campo, Dawn Prestwich, Nicole Yorkin
Musik: Frans Bak
FSK: 16

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 566 Min.
Bildformat: 1,78:1 1080/24p Full HD
Tonformat: 5.1 DTS
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Extended Episode 13, Deleted Scenes, Audiokommentar zu Episode 1 und Episode 13, Fotogalerie, Episodenguide

Webseite zum Film: The Killing