The November Man: Lehrer gegen Schüler

Gewinnspiel_rotnovember_cover007 war gestern – jetzt wird aufgeräumt! Der in die Jahre gekommene ehemalige CIA-Agent Peter Devereaux, Codename „November Man“, bekommt den Auftrag, eine Zeugin ausfindig zu machen und zu beschützen, die offenbar stichfeste Beweise für die Schuld des zukünftigen russischen Präsidenten an einem grausamen Massaker in Tschetschenien hat. Er gerät dabei nicht nur ins Visier anderer CIA-Einheiten und des russischen Geheimdienstes, sondern trifft auch auf seinen einstigen Schützling Mason, einem ehrgeizigen CIA-Agenten, der wiederum auf ihn angesetzt wird. Bei dem Versuch, die Augenzeugin zu retten und die Geheimdienste auszutricksen, liefert er sich mit dem jungen Ex-Kollegen einen tödlichen Schlagabtausch, in den er all seine Erfahrung legt. Am Ende kann es nur einen geben, der sagen kann: Auftrag erledigt.

Film-Blog.tv meint:
Neben dem Ex-Bond Pierce Brosnan enthält Roger Donaldsons „November Man“ so ziemlich alle Elemente eines klassischen 007-Thrillers. Dabei beschränkt sich der Film aus 2014 nicht allein auf Zitate der Erfolgsserie, sondern unterhält durchaus mit eigener Handschrift. Der Wettlauf von Agenten vor einem politischem Hintergrund ist handwerklich sauber und professionell inszeniert. Cast und Crew wissen zu überzeugen, und die Handlung findet eine schöne Balance zwischen Komplexität und einer für actionbetonende Filme typischen linearen Erzählweise. Agent Peter Devereaux unterhält die vollen 108 Minuten gut, auch ohne „shaken and not stirred“.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

CIA-Veteran Peter Devereaux ist im Ruhestand und lebt in der Schweiz, seit sein Partner und Schüler David Mason in Montenegro seine Anweisung, nicht auf einen Killer zu schießen, mißachtete und dabei ein Kind tötete.

Sein frührer Chef John Hanley reaktiviert ihn, um die CIA-Agentin Natalia Ulanova aus Russland zurückzuholen. Als Assistentin des Präsidenschaftskandidaten und früheren Rote Armee-Generals Arkady Fedorov kennt sie den Namen einer Zeugin, die Fedorov mit Kriegsverbrechen in Verbindung bringen kann. Parallel soll ein Team seines früheren Partners Mason Natalia in die USA bringen, geleitet von Perry Weinstein. Beide Seiten wissen nichts vom jeweils identischen Auftrag des anderen.

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Natalia kopiert Beweise aus Fedorovs Safe und signalisiert Masons Team sie außer Landes zu bringen. Fedorov lässt Natalia verfolgen, Peter findet sie. Masons Team nimmt ihr Leben mit einem Schuss aus einem Scharfschützengewehr, da es sie in der Hand der Russen glaubt. Bevor sie stirbt, nennt sie Peter den Namen Mira Filipova den er an Hanley übermittelt. Sie übergibt ihm zudem ihr Telefon, auf dem Aufnahmen von Fotos aus dem Safe gespeichert sind. Mason und Devereaux begegnen sich nach einem folgenden Schusswechsel überrascht und entfernen sich voneinander.

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Doch damit ist es für Peter Devereaux noch lange nicht vorbei, denn seine ehemaligen Kollegen haben erkannt, dass sie mit Natalia die frühere Partnerin von Peter getötet haben. Er wird sich rächen, sind sie sicher, und beauftragen Mason ihn zu töten. Auf der Suche nach Mira Filipova kämpft er von nun an nicht nur gegen seinen ehemaligen Schüler; er gerät in das Visier von Agenten auf beiden Seiten, in einem Krieg zwischen Geheimdiensten und um Wahrheiten zum zweiten Krieg in Tschetschenien mit seinen Menschenrechtsverletzungen. An Peters Seite ist nun Alice Fournier. Sie weiß nicht nur um die Kriegsverbrechen Fedorovs und wird deswegen von der Killerin Alexa des russischen Geheimdienstes verfolgt; sie ist sein Kontakt zu Mira Filipova und der Beginn einer entscheidenden Spur. Der erfahrene Agent lässt sich nicht in die Enge treiben: er leistet seinen Verfolgern Widerstand, und bald vermischen sich die Rollen von Jägern und Gejagten…

Ein smarter Agent, rasante Verfolgungsjagden, schöne Frauen und einiges an Technik: klingt bekannt? Vermutlich soll es das auch. Und warum sollte man eine seit mehreren Jahrzehnten erfolgreiche Filmreihe wie „James Bond“ nicht zitieren? Dass „November Man“ Pierce Brosnan von 1994 bis 2002 den Doppelnullagenten im Geheimdienst ihrer Majestät spielte, verstärkt die Assoziationen. Das kann durchaus als Kompliment gelten; und ein Agententhriller, der die Action in den Vordergrund stellt, wird wohl immer an Ian Flemings Charakter denken lassen. Zu stark ist diese Erfolgsserie im kollektiven Filmgedächtnis verankert.

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„November Man“ findet jedoch eigene Akzente und beschänkt sich nicht auf eine Nacherzählung. Ex-Bonddarsteller Pierce Brosnan legt zudem eine eigene Note in die Rolle seines Peter Devereaux. Er ist kühler, sachlicher und trockener als der britische Doppelnullagent. Hier muss auch nicht gleich ein Schurke auftauchen, der die Weltherrschaft anstrebt. Die Verknüpfung mit dem Unrecht im zweiten Tschetschenienkrieg reicht als realistischer Hintergrund vollkommen, und das ist gut so.

Bei vielen Kritikern kam die Produktion von Beau St. Clair, Pierce Brosnan und Sriram Das nicht so gut weg. Dabei schlägt sich „November Man“ doch gut: die actionreiche Handlung ist in eine Story von einiger Komplexität eingebunden und schlüssig, die Darsteller machen ordentliche Arbeit. Auch die Filmtechnik bietet keineswegs Anlass zur Unzufriedenheit: die rasanten Bilder werden scharf und kontrastreich präsentiert, der Klang hat das Volumen eines Actionfilms und lässt die Dialoge klar aufgehen. Leider ist eine weitere häufige Eigenschaft von actionbetonenden Filmen auch hier zu finden: laute Soundeskapaden folgen den teils dramaturgisch geflüsterten Dialogen und lassen dann das Wohnzimmer erzittern.

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Die Rede des Präsidentschaftskandidaten Arkady Fedorov im russischen Parlament hätte Untertitel vertragen, zumindest für uns, die wie die Sprache nicht beherrschen. Der Reaktion der Parlamentarier nach zu urteilen war sie wohl recht gut…

Das Auswahlmenü lässt sich aus dem Film heraus aufrufen, der weiterläuft, während man durch die Optionen blättert. Das ist gar nicht einmal unpraktisch, und vor allem macht diese Möglichkeit Spaß.

Eine Anekdote zum Schluss: „The November Man“ basiert auf der Romanvorlage „There Are No Spies“ aus der Feder von Bill Granger, als Band Nummer Sieben in der Reihe „The November Man“. Während das Buch die Handlung in Berlin ansetzt, wurde sie für die Verfilmung nach Belgrad verlagert. Die Produktionskosten in der deutschen Hauptstadt wären zu hoch gewesen, sagt Pierce Brosnan.

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
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Dazu habt ihr bis zum 31.03.2015 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Universum Film GmbH präsentiert „The November Man“ ab 06. März 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensions- und die Gewinnspielexemplare wurden von der Universum Film GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: The November Man
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: Thriller
Darsteller: Pierce Brosnan: Peter Devereaux, Luke Bracey: David Mason, Olga Kurylenko: Alice Fournier, Eliza Taylor: Sarah, Caterina Scorsone: Celia, Bill Smitrovich: Hanley, Will Patton: Perry Weinstein, Lazar Ristovski: Präsident Arkadi Fedorow, Patrick Kennedy: Edgar Simpson, Ben Willens: Jones, Akie Kotabe : Meyers, Amila Terzimehic: Alexa, Mediha Musliovic: Natalia Ulanowa, Dragan Marinkovic: Denisow, Ben Willens: Agent Jones u. a.
Regie: Roger Donaldson
Drehbuch: Michael Finch, Karl Gajdusek
Romanvorlage: „There Are No Spies“ von Bill Granger
Produzenten: Beau St. Clair, Sriram Das
Produktion: Irish DreamTime, SPD Films
Kamera: Romain Lacourbas
Schnitt: John Gilbert
Musik: Marco Beltrami
FSK: 16

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 108 Min. + Bonus
Bildformat: 16:9 – 2.40:1
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Pierce Brosnan ist zurück, Schauplatz Belgrad, Making of, zwei Trailer

Webseite zum Film: The November Man