The Originals: Böses Blut

originals_coverIm Mittelpunkt dieses Spin-Offs der spannenden Blutsauger-Serie „The Vampire Diaries“ stehen die Urvampirfamilie und der gefährliche Vampir-Werwolf-Hybrid Klaus. Dieser kehrt in den magischen Schmelztiegel New Orleans zurück, einer Stadt, die er vor Jahrhunderten mitbegründet hat. Klaus folgt einem geheimnisvollen Hinweis, dass etwas gegen ihn geplant sei. Seine Fragen führen ihn zu seinem diabolischen ehemaligen Schützling Marcel, einem charismatischen Vampir, der die totale Kontrolle über die menschlichen und übernatürlichen Stadtbewohner besitzt.
Elijah, entschlossen, seinen Bruder Klaus zu retten, folgt ihm und muss sich mit Marcels Feinden zusammentun. Währenddessen muss Klaus‘ und Elijahs Schwester Rebekah entscheiden, ob sie ihren Brüdern hilft, ihre Heimatstadt mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten zurückzuerobern.

Film-Blog.tv meint:
Warum sollte man guten Seriencharakteren nicht Raum für eine eigene Bühne geben? Was bei „All in the Family“ funktionierte und bei der BBC-Serie „Doctor Who“ zu ganzen neun Ablegern führte, demonstrierte das Mystery-Genre bereits erfolgreich mit „Angel“, hervorgegangen aus der zeitlos guten Serie „Buffy the Vampire Slayer“. Die Macher der „Vampire Diaries“ gehen diesen Weg, in dem sie Niklaus Mikaelson wieder in das French Quarter in New Orleans bringen, in die Stadt, die er vor Jahrhunderten mit aufbaute. Sein früher Schüler Marcel herrscht dort nun über Werwölfe, Hexen und Vampire, die sich in großer Zahl im French Quarter versammeln. Herausgekommen ist damit „The Originals“; eine Serie, die sich gegenüber der Quelle emanzipiert und den Machtkampf in der Stadt unverschnörkelt zeigt. Die in ästhetischen Bildern präsentierte Serie spricht damit mehr als ihre Vorlage Mystery- und Horrorfans an.

Was wurde filmisch nicht alles mit Vampiren angestellt: über Max Schreck als Graf Orlok und Bela Lugosi sowie Christopher Lee als Dracula driftete das Genre in den Siebzigern in’s komödienhafte, zu „Minimädchen“ und dem Tanz der Vampire. Nach einer kurzen Rückbesinnung durch Regisseur Francis Ford Copppola mit „Bram Stokers Dracula“ 1992 passierte so allerlei, um Teenager als Filmpublikum zu erschließen. Zielgruppengerecht kamen Romanzen dazu, die sich insbesondere in den Blockbustern der „Twilight“-Serie manifestierten. Auch die Entwicklung der Serie „Vampire Diaries“ kann sich dieser Tendenz nicht verschließen. Einen anderen Akzent setzt das „Spin off“ „The Originals“. Hier dürfen Vampire, ihren filmischen Wurzeln entsprechend, wieder vermehrt Vampire sein. Geheimnisvoll, bedrohlich und gerne beherzt zubeißend.

originals_01

Niklaus, halb Vampir, halb Werwolf, kehrt nach Jahrhunderten zurück nach New Orleans, in die Stadt, die er mit seinen Geschwistern aufgebaut hat. Er begegnet seinem früheren Schützling Marcel, der nun die Stadt kontrolliert. Die Hexen von New Orleans setzen Niklaus unter Druck. Sie fordern, dass er ihnen hilft, den Herrscher Marcel zu stürzen; sonst drohen sie Hayley umzubringen, die ein Kind von ihm erwartet. Hilfe versprich sein Bruder: Elijah folgt Klaus nach New Orleans, wo er zusammen mit Marcels Feinden gegen den Widersacher vorgehen will.

In der Folge entbrennt ein blutiger Kampf um die Macht: Hexen gegen Vampire, Vampire gegen Werwölfe.

originals_02

Die 22 Episoden der ersten Staffel bringen rund 15 Stunden Mystery-Drama in das Wohnzimmer. Dank ihrer in sich geschlossenen Erzählweise taugt die Serie nicht nur für Fans der Vorbildserie „The Vampire Diaries“; „The Originals“ funktioniert auch als eigenständige Erzählung gut und setzt keine Vorkenntnisse voraus. Dabei setzt sie andere Akzente als ihr Ursprung, indem sie sich von Teenagern und ihren Liebesbeziehungen weit entfernt. Genreentsprechend geht es insgesamt härter zur Sache, als der „Vampire Diaries“-Zuschauer gewohnt ist. Hier werden eindeutig mehr Herzen ausgerissen als gebrochen.

originals_03

Der Horror nach klassischen Ansätzen vermischt sich mit einer spannenden Erzählweise, die durch immer wieder überraschende Wendungen die Spannung aufrecht zu erhalten weiß. Ein wenig finden sich Anklänge an den Aufbau einer Soap-Opera, und immer wieder scheint für mich „Interview with the Vampire“ von Neil Jordan aus 1994 durch. Beide Analogien sind keineswegs ein Nachteil.

Die Ausstattung der Produktion vermittelt eine durchaus gelungene Atmosphäre und verhält sich stimmig zum eher dunklen Unterton der Handlung. Die Kamera spielt gekonnt mit Tiefen und Lichtern und lässt auch sepiaartige Bilder entstehen. Die Ästhetik der Fotografie ist ein Pluspunkt der Serie. Dabei wird zwischen dem bekannten New Orleans und der Unterwelt, zwischen Rückblenden und Gegenwart mit jeweils eigener Bildsprache differenziert. In allen Fällen ist das Bild klar und präsent.

originals_04

Der Ton zeigt Volumen und Tiefe; dabei gibt er den klar gemischten Dialogen ausreichenden Raum bei insgesamt konstanter Aussteuerung ohne nenneswerte Peaks.

Das Menü ist gekonnt gestaltet und auf der BluRay-Disc hoch aufgelöst. Toneffekte unterlegen die Auswahl.

Die Serie von Julie Plec schlägt sich recht erfolgreich: die Erstausstrahlung in den USA erreichte rund 2,6 Millionen Zuschauer vor dem heimischen Flatscreen.

originals_05

Joseph Morgan gewann den 2014er People’s Choice Award in der Kategorie „Favorite Actor in a New Series“, die Serie selbst wurde in der Kategorie „Favorite New TV Drama“ nominiert. Joseph Morgan und Claire Holt wurden für die Teen Choice Awards 2014 nominiert.

Die Nominierung von Colleen Labaff und Kimberley Spiter für die Emmy Awards 2014 ist nicht zwingend ein weiteres Kaufargument; die Kategorie war hierbei „Outstanding Hairstyling For A Single-Camera Series“. Aber immerhin: „The Originals“ – die Frisur sitzt.

Folgen der 1. Staffel:
1. Für immer und ewig
2. Verrat an der Familie
3. Hexen vs. Vampire
4. Geheimnisvoller Retter
5. Sünder und Heilige
6. Frucht des Giftbaums
7. Aderlass
8. Zurück auf Anfang
9. Machtübernahme
10. Die Casket Girls
11. Nach mir die Sintflut
12. Ein gefährlicher Rivale
13. Vollmond
14. Der Komplott
15. Mordlust
16. Abschied von New Orleans
17. Der Friedensvertrag
18. The Big Uneasy
19. Unerschrocken in den Tod
20. Der geheimnisvolle Schlüssel
21. Schlacht um New Orleans
22. Von der Wiege bis ins Grab

originals_06

Warner Bros. Entertainment GmbH präsentiert „The Originals – Die komplette Staffel 1“ ab dem 26. Februar 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Warner Bros. Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: The Originals – Season 1
Land / Jahr: USA / 2013
Genre: Drama, Horror, Romance
Darsteller: Joseph Morgan:„Klaus“Mikaelson, Daniel Gillies: Elijah Mikaelson, Claire Holt:Rebekah Mikaelson, Phoebe Tonkin: Hayley Marshall, Leah Pipes Camille O’Connell u.a.
Regie: Chris Grismer, Brad Turner, Jesse Warn, Michael Allowitz, Jeffrey Hunt, Joshua Butler, Leslie Libman, Rob Hardy, Matt Hastings, Michael Robison, Kellie Cyrus, Sylvain White
Drehbuch: Michael Narducci, Julie Plec, Diane Ademu-John, Declan de Barra, Ashley Lyle, Bart Nickerson, Michelle Paradise, Marguerite MacIntyre, Charlie Charbonneau, Diane Ademu-John, Michael Russo, Michael Narducci, Christopher Hollier
Produktion: Julie Plec, Leslie Morgenstein, Gina Girolamo
Musik: Michael Suby

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 928 Min. auf 5 Discs
Bildformat: Full HD 16:9 (2,35:1)
Tonformat: DTS HD-Master Audio 5.1
Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Englisch, Deutsch sowie Untertitel für Hörgeschädigte
Bonus:Audiokommentar zur Pilotepisode, Dokumentationen: The Originals: Die Entstehung, The Originals über The Vampire Diaries, The Originals: Die Familiengeschichte, The Originals auf dem Paley-Festival 2014, Auf der Comic-Con 2013
Vierseitiges Booklet mit Episodenguide inklusive kurzer Inhaltsangaben
FSK: 16

Webseite zum Film: The Originals