Vampire Academy: Vampirchen im Hormonrausch

vampire_coverCoole Partys und jede Menge Herzklopfen: Es scheint, als führten die 17-Jährige Rose und ihre beste Freundin Lissa ein ganz normales Teenager-Leben. Doch die beiden Mädchen haben einen ziemlich ungewöhnlichen Stundenplan. Da passiert es schon mal, dass ein wenig Blut an ihren Lippen hängen bleibt – besonders, wenn man dazu ausgebildet wird… Denn Rose ist kein gewöhnliches Mädchen: Sie ist halb Vampir, halb Mensch. An der Vampire Academy wird sie zur Kämpferin ausgebildet, um die friedlichen Vampire der Moroi gegen die feindlichen Vampire der Strigoi zu beschützen. Diese haben es ausgerechnet auf das Leben von Lissa abgesehen, die dazu bestimmt ist, einmal Königin der Moroi zu werden. Als wäre das nicht schon genug Aufregung in Rose‘ Leben, bringt sie auch noch ihr Trainer und Mentor Dimitri ziemlich durcheinander…

Film-Blog.tv meint:
Man nehme drei Teile Twilight, eine Prise Harry Potter, und eine satte Portion Teeniefilm. Gut durchmischt kommt so etwas wie „Vampire Academy“ heraus. Die 2014er-Produktion basiert auf einem erfolgreichen Roman, der immerhin eine sechsbändige Serie begründet. An den Kinokassen konnte der kommerzielle Erfolg der Literaturvorlage nicht reproduziert werden. Die Brüder Mark und Daniel Waters (Regie und Buch) präsentieren hier einen Film mit jugendlichen Hauptdarstellern für ein ebenso junges Publikum. Das Schulleben dreht sich vor dem Hintergrund verfeindeter Vampirvölker um Freundschaften, Intrige und verdünnte „Hot for teacher“-Liebe. Die durchaus sympathischen Hauptdarstellerinnen finden sich im Zentrum einer Handlung, die viel zitiert und wenig entwickelt. So ein richtiger Biss will sich trotz der gezeigten Fangzähne nicht einstellen.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

In „Nosferatu“ fällt Graf Orlok dem „Hahnenschrey“ zum Opfer, und auch Bram Stokers Dracula zerfällt mit der extremsten Form der Sonnenallergie zu Staub. Halbvampirin Rose Hathaway hat im Internat ganz andere Probleme: sie vermisst Facebook und ihr iPhone 5.

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Dort, in der Vampire Academy, wird sie ausgebildet um gegen Strigoi zu kämpfen. Diese Vampirart ist unsterblich und charakterlich sehr fragwürdig. Strigoi haben es auf die Moroi abgesehen. Diese Vampire haben eine entschieden bessere Sozialprognose, sind aber sterblich. Irgendwas ist ja immer. Da müssen eben die Dhampire ran: sie sind halb Mensch und halb Vampir und werden zu Guardians, Wächtern ausgebildet, um die guten Vampire vor den bösen zu schützen. Diese Karriere ist auch Dhamir Rose zugedacht. Entschuldigung, aber ich habe mir diese ganzen Fantasiebezeichnungen nicht ausgedacht.

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Zusammen mit Freundin Lissa Dragomir lebt die 17-jährige Rose ihr eigenes Leben. Ihrer Schule, der St. Vladimir-Akademie, haben sie den Rücken gekehrt. Die Lehrer würden sie jedoch gerne wieder begrüßen und lassen Rose von Ausbilder Dimitri Belikov überwältigen. Als zusätzliche Motivation mitzukommen kettet er Rose an die Autotür, auch Lissa kommt in den Wagen.

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Unfreiwillig kehren die beiden Elevinnen so zurück an den Ort, wo Moroi Magie und Dhamire Kampfkunst lernen. Und auf deren Schulhof die Vampirdamen ihre gesunde Blässe mit kleinen Schirmchen schützen, während Mitstudenten bei Meinungsverschiedenheiten auch schon einmal telepathisch in Flammen gesetzt werden.

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Lissa Dragomir könnte einmal Königin der Moroi werden, und Dimitri drängt Rose zu hartem Kampftraining, damit sie ihre beste Freundin wirkungsvoll schützen kann. Genau dies war bereits Rose‘ Absicht, als sie mit ihr die Schule heimlich verließ um unter den Sterblichen zu leben. Dies stellt sich rückblickend als gute Idee heraus, denn in St. Vladimir bilden sich Intrigen, und blutgeschriebene Drohungen gegen Lissa an der Wand lassen die Akademie nicht als behüteten Ort erscheinen…

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Der Vampir Lestat als Dandy in „Interview mit einem Vampir“ und als Rockstar in „Queen of the Damned“; Dracula von Bela Lugosi über Christopher Lee bis zu Gary Oldmann, und Max Schreck als Graf Orlok: Vampire sind ein beliebtes Thema in der Filmgeschichte. Und sie lassen sich vielfältig interpretieren. „Vampire Academy“ versucht dort humorvoll aufzusetzen, wo die „Twilight“-Serie teeniebedeutungsschwanger aufgehört hat. Eine gewissen augenzwinkernde Leichtigkeit gelingt ganz gut. Mit seinen Beziehungsgeflechten und der High School-Umgebung dürfte „Vampire Academy“ vor allem eine junge Zielgruppe ansprechen. Eine besonders starke Wirkung entfaltet der Film in keinem der bedienten Segmente. Besondere Spannung kommt nicht auf, die Romantik will nicht so recht zünden, und Horror versucht „Vampire Academy“ gar nicht erst ernsthaft. Am ehesten funktioniert noch der Humor, ein Schmunzeln bringen die Dialoge schon auf die Lippen vor der Leinwand. Kritiker Peter Travers möchte diesem Film im „Rolling Stone“-Magazin einen Pflock in das Herz rammen. Das verdient „Vampire Academy“ nicht. Aber zum Titellied „Bela Lugosi’s Dead“, hier poppig von „Chvrches“ und im Original natürlich von „Bauhaus“ 1979: so tot scheint der gute Bela gar nicht, im Vergleich zu den Strigoi der Waters-Brüder.

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Die Voll- und Halbvampire zanken sich in einem scharfen Bild, dem hier und da noch ein Schuss Dynamik guttun würde. Ganz überwiegend ist visuell aber alles in bester Ordnung. Insbesondere die Musik profitiert von den Bässen eines Soundsystems, und auch die Soundeffekte gewinnen dadurch.

Die beiden Sprachfassungen nehmen sich in der Klangqualität nichts. Die Dialogregie der Synchronfassung ist sehr gut.

Die Universum Film GmbH präsentiert „Vampire Academy“ auf Blu-ray.
Das Rezensionsexemplar wurde von der Universum Film GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Vampire Academy
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: Teeniefilm, Vampirfilm
Darsteller: Zoey Deutch: Rosemarie „Rose“ Hathaway; Lucy Fry: Vasilisa „Lissa“ Dragomir; Danila Kozlovski: Dimitri Belikov; Gabriel Byrne: Victor Dashkov; Dominic Sherwood: Christian Ozera; Olga Kurylenko: Ellen Kirova; Sarah Hyland: Natalie Dashkov; Cameron Monaghan: Mason Ashford; Sami Gayle: Mia Rinaldi; Ashley Charles: Jesse Zeklos; Claire Foy: Sonya Karp; Joely Richardson: Queen Tatiana Ivashkov u.a.
Regie: Mark Waters
Drehbuch: Daniel Waters nach einer Romanvorlage von Richelle Mead
Produktion: Don Murphy, Susan Montford, Michael Preger, Deepak Nayar
Kamera: Tony Pierce-Roberts
Schnitt: Chris Gill
Musik: Rolfe Kent

Blu Ray-Disc ™
Laufzeit: ca. 104 Min. + Bonus
Bildformat: 16:9 – 2.35:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bonus: Featurette „Im Gespräch mit der Buchautorin Richelle Mead“, Entfallene Szenen, Alternativer Anfang, Interviews
FSK: 12

Webseite zum Film: Vampire Academy