Viel Lärm um Nichts: Shakespeare, 2012 reloaded

laerm_coverLeonato, der Gouverneur von Messina, wird von seinem Freund Don Pedro besucht, der mit seinem Gefolge gerade von einem siegreichen Feldzug zurückkehrt. Zwar herrscht nun Ruhe auf den Schlachtfeldern, doch schnell entflammt am Hofe Leonatos ein Kampf um Liebe und Ehre. Claudio verliebt sich in die schöne Hero. Ihr Glück scheint perfekt, doch Missgunst und eine Intrige drohen die geplante Hochzeit zu vereiteln.
Ganz anders bei Benedikt (Alexis Denisof) und Leonatos scharfzüngiger Nichte Beatrice (Amy Acker): Sie lieben es, sich bei jeder Gelegenheit Wortgefechte zu liefern und ihre Verachtung für die Liebe, die Ehe und für einander offen auszuleben. Niemals könnten sie sich vorstellen, eines Tages selbst verheiratet zu sein. Doch dann hat Don Pedro einen Plan, der alles ändern könnte.
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Film-Blog.tv meint:
Was macht ein Regisseur wie Joss Whedon, wenn er einen Bockbuster wie „The Avengers“ abgedreht hat und bis zum nächsten Film ein paar Wochen Zeit hat? Urlaub? Vielleicht. Ein paar Tage zu Hause mit Kumpels verbringen? Das bringt uns der Sache schon näher. Er lud ein paar befreundete Schauspieler für ein paar Tage zu sich nach Hause ein. Dabei entstand eine charmante Neufassung von Shakespeares „Much Ado About Nothing“. Man hielt sich wörtlich an den Text, doch die Leute sind von hier und heute. Reden zwar wie von Shakespeare gedichtet, doch haben sie dabei ihr Tablet oder Smartphone in der Hand. Unser Tipp: In der Originalfassung ist das Ganze noch mal eine Klasse besser!

Seit über vierhundert Jahren begeistern die ausgefeilten Dramen von William Shakespeare das Publikum, und zwar in jeder erdenklichen medialen Spielart. Ein Grund für diesen lang anhaltenden Erfolg ist zweifellos eine zeitlose Qualität, die weit über Stil und Struktur damaliger Dramen hinausweist und sie deshalb bis heute frisch und modern wirken lässt. „Viel Lärm um nichts“ ist das beste Beispiel einer geistreichen und scharfsinnigen Komödie, die uns immer noch viel über die Liebe zu erzählen hat, denn an den Erfahrungen und Gefühlen, die man auf der Suche nach wahrer Liebe durchmacht, von Selbstzweifeln über eine gewisse Demut bis zu geistiger Reife, hat sich in vierhundert Jahren kaum etwas geändert.

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Seit vielen Jahren organisieren Joss und Kai mit Freunden und Kollegen Shakespeare-Lesungen und bringen dabei theatererfahrene Schauspieler mit Kollegen zusammen, die noch keine Klassiker gespielt haben. Als Joss dann entschied, „Viel Lärm um nichts“ zu verfilmen, dachte sich niemand etwas dabei. Die meisten nahmen an, es wäre eine weitere dieser Lesungen, nur dass eben irgendwo eine Kamera mitlaufen würde. Doch zu ihrer großen Überraschung fanden sie sich auf einem komplett eingerichteten Filmset wieder, inklusive Catering, Kostümen und einer startbereiten Crew.

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Das Casting verlief äußerst zwanglos. Joss fragte einfach seine langjährigen Freunde, ob sie an dem Projekt mitwirken möchten. Mit einigen hatte er schon oft Projekte zusammen realisiert, mit anderen wollte er schon immer zusammenarbeiten. Schließlich hatte er eine Truppe aus erfahrenen Shakespeare-Mimen und völligen Schauspielneulingen zusammengesucht.

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Der Drehort des Films ist ebenfalls besonders, denn es wurde im Haus der Filmemacher Joss und Kai gedreht, das bis in den letzten Winkel als offene und wunderschöne Familienunterkunft gestaltet und eingerichtet wurde. Es war für die beiden ganz selbstverständlich, dass sie den Film an einem Ort drehen wollten, mit dem sie absolut vertraut sind. Und da das Drama an einem einzigen, großen Schauplatz angesiedelt ist, war ihr Heim die perfekte Wahl.

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Direkt nach den Dreharbeiten musste Joss die Postproduktion der „Avengers“ in Angriff nehmen, so dass für ihn und seinen Assistenten Daniel Kaminsky nur die Mittagspausen und Wochenenden blieben, um „Viel Lärm um nichts“ am Laptop zu schneiden. Es dauerte weitere sieben Monate bis zur Fertigstellung von „Avengers“ sodass das zusätzliche Postproduktionsteam, bestehend aus Sound Supervisor Victor Ennis und Colorist Dave Cole, Zeit hatten, um „Viel Lärm um nichts“ kinematografisch aufzupolieren.

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Passend zum Do-It-Yourself-Charakter der ganzen Filmproduktion gibt Joss Whedon bei „Viel Lärm um nichts“ auch noch sein Debüt als Filmkomponist. Gemeinsam mit Music Supervisor Clint Bennett entwickelte er ein einfaches System, dass es ihm erlaubte, eigenständig Melodien und Klangstrukturen zu erschaffen. Deborah Lurie half dabei, diese musikalischen Skizzen und Themen zu arrangieren, so dass sie später von den Musikern umgesetzt werden konnten. Joss’ Bruder Jed Whedon trug ebenfalls zur Musik bei. Er war als Co-Autor, Musiker und Produzent für die Untermalung einiger der intensivsten Momente des Films verantwortlich.

Dass der fertige Film die Spielfreude und die kreative Freiheit der Dreharbeiten widerspiegelt und das Publikum genauso viel Spaß an der aufregenden Kombination aus Originaltext und zeitgemäßer Umsetzung hat wie die Schauspieler und die Crew, zeigen die nennenswerten Erfolge am amerikanischen und britischen Markt.

Auch bei Großprojektion ist die Abbildungsqualität der Blu-ray sehr gut. Der Film ist schwarzweiß, so manche Kameraeinstellung erinnert an Fellini. Bei diesem dialoglastigen Film läuft zwar viel über den Center, was der besseren Verständlichkeit des Textes dient. Doch werden auch die anderen Speaker des Surroundsystems fleißig beschickt und sorgen für eine gute atmosphärische Dichte.

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Edel Germany GmbH präsentiert „Viel Lärm um nichts“ ab dem 28.November 2014 auf Blu-ray Disc™ und DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Edel Germany GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Much Ado About Nothing
Land / Jahr: USA / 2012
Genre: Drama, Komödie
Darsteller: Amy Acker: Beatrice, Alexis Denisof: Benedikt, Nathan Fillion: Holzapfel, Clark Gregg: Leonato, Reed Diamond: Don Pedro, Fran Kranz: Claudio, Jillian Morgese: Hero, Sean Maher: Don Juan, Spencer Treat: Clark Borachio, Riki Lindhome: Konrad, Ashley Johnson: Margareta, Emma Bates: Ursula, Tom Lenk: Schlehwein, Nick Kocher: Wache u. a.
Regie: Joss Whedon
Drehbuch: Joss Whedon
Originalvorlage: William Shakespeare
Produktion: Joss Whedon, Kai Cole
Kamera: Jay Hunter
Schnitt: Daniel Kaminsky, Joss Whedon
Musik: Joss Whedon

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 105 Min. + 30 Min. Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (1,85:1)
Tonformat und Sprachen: DTS HD-MA 5.1 (Deutsch, Englisch)
Bonus: Making-Of, Crew on Tour, Audio Kommentar von Joss Whedon, Originaltrailer, Wendecover
FSK: 0

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