War Pigs: Überleben ist schon mal ein Anfang

Gewinnspiel_rotwar-pigs_coverSeptember 1944: Captain Jack Wosick bekommt eine zweite Chance. Nachdem er durch einen Fehler bei einem Einsatz die meisten seiner Männer in den Tod geführt hat, soll er nun einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Außenseitern, die „War Pigs“, weit hinter die deutschen Linien bringen. Colonel A.J. Redding, ein kampferfahrener WW1-Veteran, hat die Männer extra ausgewählt und ihnen den deutschen Nazi-Gegner Hans Picault aus der Fremdenlegion zur Seite gestellt. Wosick und seine Leute sollen herausfinden, ob die Nazis wirklich ihre neue Superkanone V3 in Stellung gebracht haben und ob sie einsatzbereit ist. Ein Himmelfahrtskommando!
Doch die erste Hürde für Wosick und Picault ist bereits, aus den „War Pigs“ eine effektive Einsatztruppe zu machen …

Film-Blog.tv meint:
Ryan Littles Film um ein Außenseiter-Regiment gegen Ende des Zweiten Weltkrieges musste sich einiges anhören: zu flach, zu vohersehbar, zu… ach, überhaupt. Dabei hinterlassen die Darsteller durchaus ein gutes Bild, und die lineare Handlung ist nicht schlecht erzählt. Direkt, ja; aber nicht zu simpel und dem Setting durchaus angepasst. Nicht jeder Fronteinsatz düfte die Tiefe eines Shakespeare-Dramas beinhaltet haben. „War Pigs“ präsentiert sich auf eine ehrliche Art, und addiert genügend fiktive Elemente, um die Laufzeit über unterhaltsam zu bleiben. Mickey Rourkes Kamerazeit ist kurz, aber sehenswert, Dolph Lundgren spielt souverän und keineswegs zu simpel. Feuer einstellen, liebe Kritiker; die „War Pigs“ sind keine Feinde.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Sie sind wenig motiviert, sie sind zynisch und sie passen nicht in die starre Militärmaschinerie: als „War Pigs“ wird 1944 eine Handvoll von US-Infanteristen ausgewählt, um hinter der Frontlinie Informationen über die „Wunderwaffe“ V3 des Dritten Reichs zu gewinnen. Captain Jack Wosick soll das Himmelfahrtskommando anführen. Aufgrund eines strategisch falschen Befehls hat er die meisten Männer seines letzten Kommandos in den Tod geführt, sein Kommandant Colonel A. J. Redding gibt ihm die Chance zur Rehabilitation. August Chambers, der „Preacher“, William York, Frenchy Buckle und Moffate haben einige Anlaufschwierigkeiten mit ihrer Aufgabe und keinen Antrieb. Der französische Fremdenlegionär und Weltkriegsveteran Hans Picault soll die Männer für den Einsatz im Feindesland trainieren, doch die US-Infanteristen respektieren den „Frog“ aus Frankreich nicht.

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Dies ändert sich, als sie im harten Training mehr und mehr verstehen, welches Potential in dem erfahrenen Soldaten liegt und wie überlebenswichtig seine Instruktionen sind. Als der Einsatz kommt und sie die Waffe hinter feindlichen Linien entdecken, gehen die Meinungen auseinander. Rückzug und Bericht erstatten? Oder eingreifen? Denn die Rakete wirkt einsatzbereit, und immerhin könnte die V3 jederzeit gezündet werden, etwa gegen London. Die Entscheidung wird den Männern schnell abgenommen, als die Wehrmachtssoldaten sie entdecken und ein Kampf um Leben und Tod entbrennt; nicht nur um das Leben der Kombatanten Auge in Auge, sondern auch um das von tausenden von Zivilisten jenseits des Kanals…

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Trotz der Besetzung von Dolph Lundgren und Mickey Rourke ist „War Pigs“ kein Heldenepos mit Übermenschen. Ein Lauf mit Sturmgepäck darf auch schon einmal dazu führen, dass sich ein Soldat durch die Überanstrengung übergibt.

Die Anlage der Handlung lässt ein wenig an den 2009er Tarantino „Inglorious Basterds“ denken, ebeso wie den Filmklassiker „Das dreckige Dutzend“, dessen Romandvorlage ich gelesen habe. Deren Niveau erreicht „War Pigs“ nicht; doch die Prügel, die Ryan Littles Produktion vor allem im deutschschprachigen Raum einsteckt, ist nicht begründet. Die hin und wieder wenig differenzierenden Kritiker gehen mir zu hart in’s Gericht. Die Handlung ist stringent und nicht übermäßig heroisierend, den Produzenten gelingt es dabei, einen wohl recht realistischen Eindruck von der harten Atmosphäre der Zeit zu vermitteln. Losgelöst von der Inszenierung denke ich, dass sich das Buch einige erzählerische Freiheiten nimmt. Ich bin kein Experte für militärische Operationen, aber ich bezweifle, dass man unerfahrene Soldaten mit wenig Motivation entsendet, um hinter feindlichen Linien strategisch sehr wichtige Informationen zu gewinnen, geschweige dann die mächtigste Massenvernichtungswaffe ihrer Zeit auszuschalten. Männer, die sich dann auch noch trotz ihres geringen Ausbildungsgrades im Nahkampf als deutlich überlegen erweisen. Ebenso kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die US Army eines Ausbilders der französischen Légion Etrangère bedient, allierte Mächte hin oder her. Hier verkörpert von einem schwedischen Darsteller, der vor Jahrzehnten schon als Russe Rocky Balbao verprügeln durfte…

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Aber: die erzählerischen Freiheiten vor der realaitischen Kulisse machen den Film für mich durchaus unterhaltsam. Dolph Lundgren vermittelt einen charismatischen Eindruck, und in dem Setting des 2015er Kriegsfilms nehme ich ihm seinen Captain Hans Picault ohne weiteres ab, bis in seine französischen Sprachfragmente, die die englische Originaltonspur beinhaltet. Mickey Rourkes Rolle beschränkt sich auf das Briefing und Debriefing des Captains, was ein wenig schade ist; die Produktion hätte mehr von ihm vertragen.

Das Bild ist einwandfrei gezeichnet. Eine geringe Sättigung lässt die Aufnahmen auhentisch wirken und unterstreicht die Tristesse der Situation, in der sich die Soldaten wiederfinden. Die Lichter und Kontraste setzen die 1944 spielende Handlung stimmig in Szene, so dass die Produktion schöne Bilder zwischen Retroanmutung und moderner Filmtechnik findet.

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Der Ton ist in beiden Sprachversionen klar und von Alex Kharlamov gekonnt musikalisch unterlegt. Der orchestrale Score bereichert die Atmosphäre, ohne zu präsent zu werden. Innerhalb der englischen Originalversion hört man, dass die Darsteller der Wehrmachtssoldaten deutsche Muttersprachler sind, das wirkt authentisch. Die Balance von Dialogen und Actionszenen zeigt eine deutliche Betonung des Kampfgeschehens, so dass die Fernbedienung Lautstärkeunterschiede ausgleichen muss.

Die Trailershow startet leider ungefragt nach dem Einlegen der Disc und lässt es nicht zu, in das Menü zu verzweigen. Erst die mehrfache Bedienung der Skiptaste hilft.

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Hinter feindlichen Linien: Nennt uns Euren Lieblingsfilm, in dem ein Kommando im Feindesland agiert! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

2 x Blu-ray Disc™ „War Pigs“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel(at)film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 30. September 2015 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv
dürfen nicht mitmachen.Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

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Ascot Elite Home Entertainmentpräsentiert „War Pigs“ ab 18. August 2015 auf Blu-ray Disc™ und DVD.
Das Rezensions- und die Gewinnspielexemplare wurden von Ascot Elite Home Entertainment zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: War Pigs
Land / Jahr: USA / 2015
Genre: Kriegsfilm
Darsteller: Luke Goss als Captain Jack Wosick; Dolph Lundgren als Captain Hans Picault; Chuck Liddell als Sergeant McGreevy; Mickey Rourke als Major A.J. Redding; Noah Segan als August Chambers; Steven Luke als Preacher; Ryan Kelley als William York; Jake Stormoen als Frenchy Buckle; K.C. Clyde als Moffate u. a.
Regie: Ryan Little
Drehbuch: Adam Emerson, Andrew Kightlinger, Steven Luke
Produzenten: Luke Daniels, Steven A. Lee, Steven Luke, Andre Relis, Brad Scott, Chad A. Verdi
Kamera: Ty Arnold
Schnitt: Katerina Valenti
Musik: Alex Kharlamov
FSK: 16

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 91 Min.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 – 1080/24p HD
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailershow

Webseite zum Film: War Pigs