Wer Wind sät: Wutbürger im Sturm

Gewinnspiel_rotwind_coverIm Taunus stehen sich Windenergiegegner und -befürworter gegenüber, und der Nachtwächter einer Windradfirma wird tot aufgefunden. Der Rechtsmediziner und Ex-Mann von Pia Kirchhoff stellt fest, dass der Herzschrittmacher des Toten ausgesetzt hat. Danach versuchte jemand, den Alkoholiker zu reanimieren und brach ihm dabei einige Rippen. War der Tod ein Unfall? Unterdessen braut sich über der Bürgerinitiative ein Sturm zusammen. Zwischen den beiden Vorsitzenden gibt es immer wieder Streit um die Leitung. Dann wird einer der beiden Kontrahenten tot aufgefunden. Alles spricht für einen Mord.

Film-Blog.tv meint:
Tim Bergmann und Felicitas Woll haben sich als Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff bestens etabliert. Zusammen mit den weiteren hervorragenden Darstellern füllen sie die Erzählung um dubiose Geschäfte mit der Windkraft authentisch und konstant fesselnd aus. Dabei führt „Wer Wind sät“ in rund neunzig Minuten Spielzeit beachtliche viele Charaktere und Beziehungen ein, die dann noch nicht einmal immer statisch sind. Wem es gelingt, hier nicht den Anschluss zu verlieren, der findet im fünften Taunus-Krimi nach Motiven des gleichnamigen Romans von Nele Neuhaus eine ausgesprochen kurzweilige Unterhaltung. Aber auch ohne den Sturm von Namen, Beziehungen und Verwandtschaftsgraden vollständig zu meistern, bleibt der rote Faden ebenso sichtbar wie spannend. Das Grundmotiv widersprechender Interessen um die Errichtung von Windrädern im Vordertaunus, und die taunuskrimitypischen Wurzeln der aktuellen Geschehnisse in der Vergangenheit laden das hessische Drama realitätsnah und unterhaltsam auf. Wer die vier Vorgänger kennt, greift hier bedenkenlos zu. Wer das Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein noch nicht durch den Taunus begleitete und intelligent erzählte Krimis schätzt, wird auch ohne Vorkenntnisse seine Freude haben.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

„Alle wollen erneuerbare Energien, aber keiner vor der eigenen Haustür“: Windpro-Geschäftsführer Stefan Theissen hat viele Feinde. Und einige scheinen es ernst zu meinen, der Nachtwächter Rolf Großmann wird tot im Unternehmen aufgefunden. Die Obduktion ergibt, dass die Batterie seines Schrittmachers ausgefallen ist. Wurde sie manipuliert? Jemand versuchte ihn zu reanimieren, drei Rippen sind gebrochen. War dies der Täter in einer widersprüchlichen Handlung?

wind_01

Die Kriminalisten Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff treffen auf ein angespanntes Umfeld. Eine Bürgerinitiative wehrt sich vehement gegen die Errichtung eines Windparks, doch auch innerhalb der Interessenvereinigung gibt es Differenzen. Der erste und der zweite Vorsitzende, Ludwig Hirtreiter und Jannis Theodorakis, prügeln sich vor laufender Kamera.

wind_05

Doch es hilft nichts: solange Ludwig Hirtreiter sein Waldgrundstück trotz des Windpro-Angebotes über drei Millionen Euro nicht verkauft, dürfen seine Bäume nicht den Windrädern weichen. Das macht er mit seiner Schrotflinte unmissverständlich klar, als ein Trupp mit der Abholzung beginnt.

Doch schon bald wird Ludwig selbst erschossen. Mehrfach, die Gerichtsmedizin spricht von „Übertötung“. Der kantige alte Mann hatte viele Feinde, und zudem seine Tochter Frauke jahrelang schlecht behandelt. Frauke ist versierte Sportschützin.

wind_02

Die Lage ist komplexer als es anfangs scheint. Der tote Nachtwächter Rolf Großmann hielt Rechte an wertvollen Patenten für die Windradkonstruktion, die nun auf die Frau von Stefan Theissen übergehen: sie ist die Schwester des Toten, und ihr Mann hätte die Rechte an der Technologienutzung verlängern müssen.

Inzwischen stellen sich Zweifel an dem Gutachten ein, auf dem die Genehmigung des Windparks basiert. Erstellt wurde es vom renommierten Meteorologen Dirk Eisenblut und seiner Mitarbeiterin Dr. Annika Sommerfeld. Zwischen den beiden bestand mehr als eine berufliche Beziehung. Als frühere Geliebte Dirk Eisenbluts wird sie von der Polizei wegen versuchten Mordes an Eisenbluts Ehefrau Bettina gesucht. Beim Anschlag wurde Triethylamin benutzt, eine hochentzündliche Substanz aus ihrem Labor.

wind_03

Jannis Theodorakis will bei einer Bürgerversammlung das Gefälligkeitsgutachten öffentlich machen, doch in einem Tumult verschwindet das brisante Papier.

Doch nicht nur kriminelle Machenschaften um die Windparkgenehmigung beschäftigen die Menschen; auch Liebe, Hoffnung, Enttäuschung, eine auffliegende Identität im Untergrund und die Affäre eines Polizisten mit einer Mordverdächtigen führen zu einer eskalierenden Situation. Auf der Wetterstation kommt es zu einer Geiselnahme, die Lügen geraderückt und eine Katharsis bilden soll…

Alle Achtung! Regisseur Marcus O. Rosenmüller und Drehbuchautorin Anna Tebbe gelingt es, die Basis der gleichnamigen Nele Neuhaus-Erzählung zu einer packenden Handlung zu verdichten. Die Beziehungsgeflechte sind komplex, und angesichts der begrenzten Dauer im neunzigminütigen Spielfilmformat erhalten einige Charaktere eine beachtliche Tiefe. Die Handlung von „Wer Wind sät“ spielt mit Motiven, die in der Vergangenheit begründet liegen. Wer die auf Nele Neuhaus-Romanen basierenden Taunuskrimis kennt, ist mit diesem Aufbau vertraut, und er funktioniert auch hier sehr gut.

wind_04

Der Cast spielt makellos. Tim Bergmann und Felicitas Woll haben die Hauptrollen inzwischen weit entwickelt, und bis in die Nebenrollen zeigen sämtliche Darsteller eine glaubwürdige Leistung. Bernd Stegemann ist immer sehr sehenswert, und Aleksandar Tesla legt seinen Jannis Theodorakis als „Kärlsche vonne Madame“ beachtlich narzisstisch und berechnend an.

Thomas Erhart produziert mit der Kamera schöne Momente wie Luftaufnahmen und Raben in Nahaufnahme. Wolken im Zeitraffer wie auch bedrohliche Lichter auf dem Dachboden einer Getreidemühle ergänzen Atmosphäre, gestützt von einem stimmigen Score (Musik: Dominik Giesriegl). Bild und Ton bewegen sich auf einem qualitativ hochwertigen Niveau.

„Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten“; Hugin, Odins Rabe, des Gottes des Krieges und des Windes; „So ein Sturm kann sehr nützlich sein, man muss ihn nur zu lenken wissen“: die Anspielungen auf den Sturm sind sehr präsent, und eine weitere Referenz ist im Taunuskrimi vorhanden: Auf wen spielt wohl der prominente Wetterfrosch mit seinen amourösen Ambitionen an?

wind_07

Der Film spielt nach dem Einlegen der DVD direkt ab, nach dem Filmende geht es in ein attraktiv gestaltetes animiertes Menü, das Filmszenen aufgreift. Von hier lassen sich eine Trailershow, deutsche Untertitel und eine Hörfilmfassung auswählen.

Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns Euren Lieblingsfilm aus der Serie der Taunuskrimis von Nele Neuhaus! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1 x DVD „Wer Wind sät – Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Nele Neuhaus“
1 x DVD „Tiefe Wunden – Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Nele Neuhaus“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 31.07.2015 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv
dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

wind_06

Studio Hamburg Enterprises präsentiert „Wer Wind sät – Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Nele Neuhaus“ ab 5. Juni 2015 DVD.
Das Rezensions- und die Verlosungsexemplare wurden von Studio Hamburg Enterprises zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Wer Wind sät – Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Nele Neuhaus
Land / Jahr: Deutschland / 2015
Genre: Krimi
Darsteller: Oliver von Bodenstein: Tim Bergmann, Pia Kirchhoff: Felicitas Woll, Dr. Henning Kirchhoff: Kai Scheve, Kai Ostermann: Michael Schenk, Friederike Franzen: Nadeshda Brennicke, Annika Sommerfeld: Ulrike C. Tscharre, Jannis Theodorakis: Aleksandar Tesla, Frauke Hirtreiter: Kathrin Filzen, Stefan Theissen: Rainer Sellien, Mark Theissen: Sven Gielnik, Ludwig Hirtreiter: Bernd Stegemann, Heinrich von Bodenstein: Edgar M. Böhlke, Dirk Eisenhut: Peter Benedict, Frank Behnke: Jens Schäfer, Cosima von Bodenstein: Julika Jenkins, Valerie Löblich: Mimi Fiedler: Sven Seipelt: Sebastian Kroehnert u. a.
Regie: Marcus O. Rosenmüller
Drehbuch: Anna Tebbe
Kamera: Thomas Erhart
Musik: Dominik Giesriegl
FSK: 12

DVD
Laufzeit: ca. 90 Min.+ Bonus
Bildformat:16:9 – 1.77:1
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Stereo
Sprachen:Deutsch, Hörfilmfassung
Untertitel: Deutsch
Extras:Trailershow

Webseite zum Film: Wer Wind sät – Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Nele Neuhaus