Wiener Dog: Des-illusionierend

wiener_coverGewinnspiel_rot“Wiener Dog“ ist eine abgedrehte und bitterböse Komödie, auf den Spuren eines Dackels und seiner sonderbaren Besitzer: So versucht Dina, die schlechteste Mutter der Welt, ihren Sohn Remi auf das Leben vorzubereiten, während sich Mauerblümchen Dawn Wiener auf ein Abenteuer mit Bad Boy Brandon einlässt. Der erfolglose Drehbuchautor Dave Schmerz hofft verzweifelt auf den ganz großen Durchbruch, und dann wäre da noch die in die Jahre gekommene Nana, die nur dann von ihrer Enkelin Zoe hört, wenn diese Geld braucht. Trost in ihrem täglichen Kampf gegen die Windmühlen des Alltags finden diese traurigen Helden allesamt in demselben kleinen Dackel.
Mit einem irrsinnigen Gespür fürs Alltäglich-Absurde, einer unvergleichlichen Beobachtungsgabe für die (Un-)Tiefen der menschlichen Existenz, und einem Humor, der so gnadenlos ist, dass er weh tut, schickt Todd Solondz seinen großartigen Cast auf eine Odyssee durch amerikanische Vororte – skurril und herrlich irrwitzig!

Film-Blog.tv meint:
Obwohl ich schwarzem Humor durchaus positiv gegenüberstehe und Filme dieses Genres gern sehe, fällt es mir schwer, „Wiener Dog“ bei den Komödien einzusortieren. In drei der vier Episoden geht es eigentlich nur darum, wie typische Looser den „American Dream“ vor ihren Augen zerplatzen lassen. Wer blutige Fäkalien lustig und es normal findet, dass ein junger Hund beim Tierarzt eingeschläfert werden soll, weil er nicht ins Designer-Weltbild der blasierten oberen Mittelschicht-Eltern passt, wird zumindest in der ersten der vier Episoden herzhaft lachen können… Dennoch: Obwohl sich das Publikum uneins ist, bei der Kritik kam „Wiener Dog“ überwiegend sehr gut weg. Denn als Abrechnung mit den Illusionen verlogener Lebensträume ist der Film ein großer Wurf, auf den man sich einlassen muss, um ihn zu verstehen. Der sich aber, zumindest in unserem Kulturkreis, nicht von alleine erschließt.

Kurz nach seiner Geburt wird Wiener Dog von Danny für dessen neunjährigen Sohn Remi gekauft. Die kleine, noch längst nicht stubenreine Hündin ist als Überraschung gedacht für den schwächlichen Jungen, der gerade erst eine Krebserkrankung überstanden hat.

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Remis Mutter Dina ist nicht begeistert vom neuen Familienmitglied. Während die beiden Eheleute noch streiten, ist Remi allerdings bereits verliebt über beide Ohren: Wiener Dog ist der Spielkamerad, den er sich schon immer gewünscht hat. Remi ist es auch egal, dass der kleine Hund eigentlich immer bellt oder, wenn er gerade einmal nicht bellt, ins Haus macht. In kurzer Zeit lernt Remi mit dem Hund viele wichtige Lebenslektionen: Was es bedeutet, sterilisiert zu werden. Über die Finalität des Lebens. Und dass man kleinen Hunden besser niemals Müsliriegel füttern sollte. Diese letzte Lektion ist es, die die Trennung Wiener Dogs von der Familie einleitet. Die Hündin wird zu einer Tierklinik gebracht, wo das erkrankte Tier eingeschläfert werden soll.

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Doch Wiener Dog wird vor ihrem vorschnellen Tod bewahrt. Dawn Wiener, die mittlerweile erwachsene Heldin aus Todd Solondz’ Film „Willkommen im Tollhaus“ von 1995, rettet die Hündin. Es ist ein kleiner Lichtstrahl der Hoffnung in der ansonsten tristen Existenz der jungen Frau. In einem Supermarkt will sie Wiener Dog ein paar Leckerlis besorgen. Dort sieht sie zufällig ihren ehemaligen Klassenkameraden Brandon McCarthy, der zu einem verschlossenen, unberechenbaren Junkie geworden ist, der mit der Gesellschaft abgeschlossen hat. Brandon lädt Dawn und Wiener Dog ein, mit ihm durchs Land zu fahren.

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Unterwegs nehmen sie eine Mariachi-Band mit. Später halten sie überraschend Einkehr im Zuhause von Brandons Bruder Tommy, einem jungen Mann mit Trisomie 21. Mit seiner Frau April führt Tommy ein einfaches, aber scheinbar zufriedenes Leben. Als Dawn allerdings eine erschütternde Geschichte von April erfährt, beschließt sie, Wiener Dog bei Tommy und April zu lassen und in eine hoffentlich glückliche Zukunft mit Brandon zu fahren.

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Lange bleibt Wiener Dog indes nicht bei dem Paar. Auf unerklärliche Weise landet der kleine Dackel in New York City, bei dem desillusionierten Filmprofessor und einstmals erfolgreichen Drehbuchautor Schmerz. Eine Reihe von Enttäuschungen, professioneller wie persönlicher Natur, haben Schmerz an den Rand des für ihn Erträglichen getrieben. Sein Agent antwortet nicht mehr auf seine Anrufe. Die Kollegen treten ihm mit unverhohlener Ablehnung entgegen. Und ein angesagter junger Regisseur beleidigt ihn vor der versammelten Studentenschaft. Schmerz ist am Ende, ein gebrochener Mann. Eine verzweifelte Mission soll seinem verkorksten Leben doch noch Bedeutung verleihen, eine letzte Wiedergutmachung. Die allerdings dazu führt, dass sich die Wege von ihm und Wiener Dog wieder trennen.

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Schließlich landet Wiener Dog bei Nana, einer widerborstigen Großmutter, deren menschlicher Kontakt sich mittlerweile auf die Pflegerin beschränkt, die mit ihr in ihrem einsamen Haus lebt. Nana und Wiener Dog erhalten Besuch von Nanas Enkelin Zoe, die unvermittelt mit ihrem neuen Freund, dem feindseligen Künstler Fantasy, vor der Tür steht. Nana durchschaut das Mädchen sofort: Sie weiß, dass Zoe ihr immer nur dann ihre Aufwartung macht, wenn sie in Geldnöten ist. Tatsächlich bettelt sie schon bald um zehntausend Dollar – mit dem Geld will sie Fantasys nächste Installation finanzieren. Nana ist nicht begeistert, gibt aber nach. Nachdem sie einen Scheck ausgestellt hat, verschwinden Zoe und Fantasy so schnell, wie sie gekommen waren.

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Nana zieht sich in ihren Garten zurück, um einen Moment der Ruhe zu genießen. Umgeben von Schatten spendenden Bäumen beginnt sie zu tagträumen. Sie phantasiert, wie die Dinge hätten sein können, wenn sie nur Kunst zu Ende studiert hätte, wenn sie ihre wahre große Liebe geheiratet hätte. Verloren in Gedanken realisiert sie nicht, dass Wiener Dog ausbüchst…

Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns die schwarze Komödie, der Euch am besten gefällt. Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?

Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

2 x Blu-ray Disc™ „Wiener Dog“

Schickt einfach eine Mail mit der Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 15.12.2016 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv
dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.


Der Titelsong, interpretiert von Eric William Morris und Marc Shaiman – The Ballad of Wiener-Dog wurde eigens für den Film komponiert und eingespielt. Mir kam der Titel irgendwie bekannt vor:

PROKINO FILMVERLEIH GMBH präsentiert „Wiener Dog“ ab dem 29. November 2016 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar und die Gewinnspielpreise wurden von PROKINO FILMVERLEIH GMBH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Wiener Dog
Land / Jahr: USA / 2016
Genre: Drama, Episodenfilm, Komödie
Darsteller: Keaton Nigel Cooke: Remi; Julie Delpy: Dina; Tracy Letts: Danny; Greta Gerwig: Dawn Wiener; Kieran Culkin: Brandon; Trey Gerrald: Zeno; Andrew Pang: Wong; Rigoberto Garcia: Jose Bridget M. Brown: April; Connor Long: Tommy; Danny DeVito: Dave Schmerz; Clara Mamet: Lina; Devin Druid: Dwight; Ellen Burstyn: Nana; Melo Ludwig: Nana als Kind; Zosia Mamet: Zoe; Michael James Shaw: Fantasy; Jen Ponton: Kristy u.v.a.
Regie: Todd Solondz
Drehbuch: Todd Solondz
Produzenten: Megan Ellison, Christine Vachon
Kamera: Edward Lachman
Schnitt: Kevin Messman
Musik: James Lavino
Musikalischer Leiter Michael Hill
FSK: 12

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 88 Min. zzgl. 3 Min. Bonus
Bildformat: 1,85:1 (1080/24p)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch (ausblendbar)
Extras: Deutscher und Englischer Kinotrailer, Wende-Cover

Webseite zum Film: Wiener Dog