25 km/h: So long, Easy Rider

Nach 30 Jahren treffen sich die beiden Brüder Georg und Christian auf der Beerdigung ihres Vaters wieder. Beide haben sich zunächst wenig zu sagen: Georg, der Tischler geworden ist und seinen Vater bis zuletzt gepflegt hat, und der weitgereiste Top-Manager Christian, der nach Jahrzehnten erstmalig zurück in die Heimat kommt. Doch nach einer durchwachten Nacht mit reichlich Alkohol beginnt die Annäherung: Beide beschließen, endlich die Deutschland-Tour zu machen, von der sie mit 16 immer geträumt haben – und zwar mit dem Mofa. Völlig betrunken brechen sie noch in derselben Nacht auf. Trotz einsetzendem Kater und der Erkenntnis, dass sich eine solche Tour mit über 40 recht unbequem gestaltet, fahren sie unermüdlich weiter. Während sie schräge Bekanntschaften machen und diverse wahnwitzige Situationen er- und überleben, stellen sie nach und nach fest, dass es bei ihrem Trip nicht alleine darum geht, einmal quer durch Deutschland zu fahren, sondern den Weg zurück zueinander zu finden.

Film-Blog.tv meint:
Zwei längst erwachsene Brüder tuckern mit ihren Mofas vom Schwarzwald an die Ostsee. Und erleben dabei eine Menge Abenteuer, die man sich als Teenager der frühen 80iger erträumt hat, wenn man sich auf seiner Puch Maxi wie Peter Fonda bei „Easy Rider“ gefühlt hat. Sich aber nie getraut hat, sich tatsächlich auf den Weg zu machen. Freunde, ich hab’s damals zusammen mit meinem Kumpel wirklich getan. Sind mit unseren Mopeds, Zelt und Schlafsack zweimal kreuz und quer durch die damalige Bundesrepublik getuckert. Es war in Realität ganz anders als im Film… Sicher: 25 km/h macht Spaß. Das liegt vor allem an der Chemie der beiden Hauptdarsteller und dem, bis in kleine Nebenrollen gut aufgelegten und prominenten Cast. Wer ein Roadmovie erwartet um in Erinnerungen zu schwelgen wird dagegen nach den knapp zwei Stunden Screentime etwas enttäuscht sein. Einerseits ist die Story dann doch zu vorhersehbar, andererseits wird in einigen Szenen so maßlos übertrieben, dass es nicht nur aufgesetzt wirkt. Ungefähr so, als hätte man „Eis am Stil“ mit erwachsenen Protagonisten in der Midlife-Crisis, die ihre Jugend in der Klosterschule verbracht haben, neu aufgelegt.

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Zwei Brüder, einst als gefürchtetes Tischtennis-Doppel ein Herz und eine Seele, haben sich seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. Georg blieb als Tischler in seinem Heimatdorf im Schwarzwald, während Christian als aalglatter Top-Manager in Singapur Karriere gemacht hat. Die Beerdigung des Vaters – von Georg bis zum Tod gepflegt – führt ihn in die spießige Heimat. Schon bei Ankunft ist klar, dass er wenige Stunden später wieder im Flieger sitzen wird um seinen Geschäften baldmöglichst nahtlos weiter zu folgen.

Die erste Abreibung verpasst ihm Georg, als er sogar zu spät zur Beerdigung kommt. Doch noch am selben Abend die Metamorphose. Angetrunken wird Christian sentimental, such die Nähe zu Georg. Gemeinsam beschließen sie, mit ihren alten Mofas – ohne Helm und Zulassung – den alten Jugendtraum in die Tat umzusetzen: Eine Fahrt mit der Zündapp und der Puch vom Schwarzwald an die Ostsee.

Damit es den beiden „Teenagern auf Zeit“ bei dem 25-km/h-Ritt durch die deutsche Provinz nicht langweilig wird, haben sie sich schon damals einige Punkte notiert, die sie unterwegs unbedingt erleben wollen. Dass dabei dann noch das eine oder andere Abenteuer dazu kommt, ist zu erwarten…

Doch hier geht mit Markus Goller und Oliver Ziegenbalg dann doch hin und wieder die Fantasie durch. Was mit ganz netten Einspielern – z.B. dem Weinfest mit der Step-Tanz-Einlage (grandios!!!) und dem herrlich unerotischen Abenteuer mit den frustrierten Hausfrauen, einst sicher die Dorfschönheiten, beginnt – endet leider in einer völlig abstrusen Verfolgungsjagd.

Und sonst? Wer in den späten 70igern und frühen 80igern aufgewachsen ist, erlebt ein tolles Déjà-vu, getrieben von einem Score, der das Ganze stimmungsvoll zusammenhält. Da werden Erinnerungen an eine Zeit wach, die man gern erlebt hat.

Technisch ist die Blu-ray Disc™ auf erfreulich hohem Niveau. Das Bild auch bei Großprojektion scharf und kontrastreich, die Schwarzwerte sind perfekt. Das Surroundsystem, wird auf allen fünf Kanälen fleißig beschickt, die Tonabmischung vermittelt stets das Gefühl mittendrin und nicht nur davor zu sitzen.

Sony Pictures Entertainment präsentiert „25 km/h“ ab 02. Mai 2019 auf Blu-ray Disc™, DVD und als Video on Demand.
Das Rezensionsexemplar wurde von Sony Pictures Entertainment zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: 25 km/h
Land / Jahr: Deutschland / 2018
Genre: Komödie, Drama
Darsteller: Lars Eidinger: Christian Schneider, Bjarne Mädel: Georg Schneider, Sandra Hüller: Tanja, Franka Potente: Ute, Alexandra Maria Lara: Ingrid, Jella Haase: Willie, Jördis Triebel: Lisa, Wotan Wilke Möhring: Hantel, Matti Schmidt-Schaller: Konrad, Mateusz Kościukiewicz: Adam, Karoline Bär: Polizistin, Sesede Terziyan: Taxifahrerin, Erik Mittelstaedt: Hantel Junior u.a.
Regie: Markus Goller
Drehbuch: Oliver Ziegenbalg
Romanvorlage:
Produzenten: Markus Goller, Oliver Ziegenbalg
Co-Produzenten: Jan Gallasch, Tobias Herrmann, Martin Bachmann, Eva Van Leeuwen
Ausführender Produzent:
Kamera: Frank Griebe
Schnitt: Matti Falkenberg, Markus Goller
Musik: Andrej Melita, Peter Horn
Copyright: © 2017 Sunny Side Up GmbH / Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH
FSK: 6

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 116 Min. zzgl. Bonus
Bildformat: 16:9 Widescreen (1.85:1), 1920 x 1080p, High Definition
Tonformat(e) und Sprache(n): Deutsch (DTS-HD MA 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Trailer, Making Of, Kino-Premiere

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