Dennis Hopper. Photographs 1961–1967: Rebell mit Kamera

In den 1960er-Jahren hatte Dennis Hopper seine Kamera überall dabei – am Filmset, auf Partys, beim Besuch von Restaurants, Bars und Galerien, im Auto auf dem Highway, bei politischen Kundgebungen. Er fotografierte Filmidole, Popstars, Schriftsteller, Künstler, seine Freundinnen, aber auch gänzlich Unbekannte. So hielt er einige der wichtigsten Momente seiner Generation mit ebenso intuitivem wie scharfem Blick fest.

Film-Blog.tv meint:
Endlich ist der Bildband wieder erhältlich. Und – erfreulicherweise – in einer höchst wertigen, gut gedruckten und gebundenen Edition zum „vernünftigen“ Preis. Denn, sowohl die auf 100 Exemplare limitierte Art Edition „Biker Couple“ Edition, als auch die 1.500 XL-Ausgaben sind längst vergriffen. Wobei auch die jetzt erschienene Ausgabe durchaus ein Schwergewicht ist. Inhaltlich und vom Umfang her.
Für mich zählt „Dennis Hopper. Photographs 1961–1967“ zu den besten Fotobüchern in meiner, nicht grade kleinen Sammlung an Bildbänden. Der kenntnisreich verfasste und unterhaltsam geschriebene Text trägt sicher dazu bei. Vor allem aber die Fotos. Dass Dennis Hopper weit mehr war als „der neben Peter Fonda bei Easy Rider“, sollte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben.
Ein kleiner Tipp am Rande: Immer wenn ich kurz davor bin, mir eine neue Kamera oder Objektiv zu kaufen, schaue ich mir die Fotos von Dennis Hopper, Henri Cartier-Bresson oder Robert Doisneau an, um nur einige zu nennen. Meist hat sich der Kauf der neuen Hardware dann ganz schnell erledigt …

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„Dennis Hoppers Fotos zeigen das Alltagsgesicht der amerikanischen Populärkultur und bilden fast so etwas wie ein Fototagebuch. Dass Hopper, ein hochtalentierter Fotograf, selbst Protagonist dieser Kultur war, macht seine Bilder so einzigartig.“
Pedro Almodóvar

Im Epizentrum des kulturellen Umbruchs von Kunst, Musik und Politik nahm er Stars wie Tina Turner in ihrem Studio, Andy Warhol bei seiner ersten Ausstellung an der Westküste, Paul Newman am Set oder Martin Luther King beim Bürgerrechtsmarsch von Selma nach Montgomery in Alabama auf.

Die umfangreiche Auswahl dieses Bandes wurde von Hopper selbst gemeinsam mit dem Galeristen Tony Shafrazi zusammengestellt. Sie versammelt die Höhepunkte seiner Karriere als Fotograf und ist nun in einer neuen Auflage wieder verfügbar. Mit einführenden Texten von Tony Shafrazi und Walter Hopps, dem legendären Förderer der Kunst der amerikanischen Westküste, einer detaillierten Biografie und einem neuen Nachwort von der Journalistin Jessica Hundley sowie Auszügen aus Interviews, die Victor Bockris mit den von Hopper porträtierten Stars, seiner Familie und seinen Freunden führte, gibt dieses Buch einen umfassenden Einblick in die Ansichten und Erlebnisse einer der faszinierendsten Persönlichkeiten Amerikas.

Dennis Hopper. Photographs 1961–1967
Dennis Hopper, Victor Bockris, Walter Hopps, Jessica Hundley, Tony Shafrazi
Hardcover, 25 x 33,3 cm, 484 Seiten
ISBN 978-3-8365-7099-2 (Deutsch, Englisch, Französisch)

Der Fotograf:
Dennis Hopper (1936-2010) war Künstler, Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Erstmals beeindruckte er das Publikum mit seiner darstellerischen Leistung in Rebel Without A Cause (… denn sie wissen nicht, was sie tun, 1955) und Giant (Giganten, 1956) . Er veränderte das Erscheinungsbild des amerikanischen Films mit Easy Rider (1969), bei dem er nicht nur Regie führte und eine Hauptrolle spielte, sondern auch am Drehbuch mitgearbeitet hatte. Danach wirkte Hopper noch in Hunderten unvergesslicher Filme und Fernsehsendungen mit, darunter Apocalypse Now (1979), Blue Velvet (1986), Hoosiers (Freiwurf, 1986) , True Romance (1993), Basquiat (1997), Elegy (Elegy oder Die Kunst zu lieben, 2008) und die Fernsehserie Crash (2008).
Hopper begann bereits als Kind zu malen; 1961 wandte er sich auch der Fotografie zu, nachdem ihm seine damalige Ehefrau Brooke Hayward zum Geburtstag eine 35-mm-Kamera von Nikon geschenkt hatte. Seine Gemälde und Fotografien wurden in der ganzen Welt ausgestellt, unter anderem jüngst in der Retrospektive „Dennis Hopper und das neue Hollywood“ in Paris.
Dennis Hopper starb am 29. Mai 2010 in Venice, Kalifornien.

Die Koautoren:
Der Engländer Victor Bockris zog 1973 nach New York, wo er in Kontakt mit Andy Warhol, „The Factory“ und Interview kam. Er verfasste Bücher über Lou Reed, Andy Warhol, Keith Richards, William S. Burroughs, Patti Smith und Muhammad Ali.

Walter Hopps (1933–2005) war einer der ersten Kuratoren für die Kunst des 20. Jahrhunderts. Als Mitbegründer der Ferus Gallery in Los Angeles und Direktor des Pasadena Museum of Art war er verantwortlich für die ersten Retrospektiven von Kurt Schwitters, Joseph Cornell und Marcel Duchamp. Als führender Befürworter der amerikanischen Pop-Art betrat er mit der Ausstellung „New Painting of Common Objects“ 1962 Neuland. Nachdem er die Washington Gallery of Modern Art geleitet hatte, wurde er 1987 Gründungsdirektor der Menil Collection in Houston, Texas.

Jessica Hundley, Filmemacherin und Journalistin im Kunst-, Musik- und
Filmbereich, führte Regie bei verschiedenen Dokumentarfilmen. Vor kurzem
veröffentlichte sie ihr zweites Buch, eine Biografie über die Country-Rock-Legende
Gram Parsons.

Die Herausgeberin und Autorin:
Als Sohn armenischer Eltern in Abadan, Iran, geboren, wuchs Tony Shafrazi von seinem 13. Lebensjahr an in England auf, wo er 1967 ein Studium am Royal College of Art abschloss. 1969 zog er nach New York. Seine Konzeptkunst wurde sowohl dort als auch in Europa ausgestellt. Von 1974 bis 1978 arbeitete er als Berater des Museums für zeitgenössische Kunst in Teheran und wirkte beim Aufbau einer herausragenden Sammlung mit. Im Jahr 1979 eröffnete er in New York eine eigene Galerie, in der er wegweisende amerikanische Künstler der Achtzigerjahre wie Haring, Basquiat, Scharf, Brown und Baechler, aber auch Meister der Sechzigerjahre wie Warhol, Ruscha und Hopper präsentierte. Von 1990 an zeigte er das Werk von Brian Clarke, Patrick Demarchelier, Robert Williams, Michael Ray Charles und David LaChapelle. Seit 1997 vertritt er den Nachlass von Francis Bacon und kuratiert Ausstellungen wie zuletzt die von der Kritik viel gerühmte „Who’s Afraid of Jasper Johns?“.

Webseite zum Buch: „Dennis Hopper. Photographs 1961–1967“

“Dennis Hopper. Photographs 1961–1967“ erscheint beim Taschen Verlag GmbH.
Das Rezensionsexemplar wurde vom Taschen Verlag GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.