Elise LeGrow: „Playing Chess“ – Amys Revival

Bei Elise LeGrows Debütalbum „Playing Chess“ trifft wärmende Strömung des Wiedererkennens auf die anregende Begeisterung des Neuentdeckens. Mit ihrem Video zu „Rescue Me“ gibt Elise LeGrow eine kostbare Hörprobe ihres Werkes. „Rescue Me“ filtert den 60s-Soul durch die Linsen von Labi Siffres vergessenem 1975er R&B-Track „I Got The Blues“, auf dem Eminems 90er-Jahre Hit „My Name Is“ fußte.

Film-Blog.tv meint:
Als ich die CD aus den Briefkasten holte, landete sie erstmal auf dem Stapel „zu bearbeiten“. Und geriet dann fast in Vergessenheit. Bis mich die freundliche Mail der PR-Agentur an den nahenden VÖ-Termin erinnerte. Naja, kannst ja mal reinhören. Wird schon besser klingen als „Helene Fischer“ …
Und dann das: Die ersten paar Takte, ok. Das könnte was werden. Ab dem zweiten Titel war klar: Die ist ja richtig gut! Die CD kam den Rest des Tages nicht mehr aus dem Player. Und läuft auch jetzt noch, wenn ich diese Zeilen in die Tastatur tippe. Das hat schon lange niemand mehr geschafft. Ich denke, ein besseres Kompliment kann man einer Newcomerin nicht machen.
Ja, ich weiß: Keine Künstlerin, kein Künstler wird gern mit Kollegen verglichen. Erst recht, wenn es sich dabei um eine Ikone des legendären „Club 27“ handelt. Aber wenn man sich ein Repertoire aussucht wie Elise LeGrow und so eine Stimme hat, bleiben Vergleiche mit Amy Winehouse nicht aus. Gut, Elise klingt sauberer, klarer. Aber das muss ja kein Nachteil sein…

Von S-Curve Records-Gründer Steve Greenberg, R&B-Legende Betty Wright und dem Studiogenie Mike Mangini produziert, die sich auch für Joss Stones Millionenseller „The Soul Sessions“ verantwortlich zeichneten, basiert „Playing Chess“ ausschließlich auf Songs des legendären Chess-Labels aus Chicago. Pioniere wie Muddy Waters, Etta James, Bo Diddley und Chuck Berry waren bei Chess Records beheimatet. Statt der detailgenauen Nachbildung des allseits hochgeschätzten Materials, befreien LeGrows Interpretationen die Stücke aus ihren wohlbekannten Entsprechungen. Sie formt das Material durchweg zeitgemäß, indem sie die Vergangenheit und die Gegenwart unentwirrbar miteinander verwebt.

Obwohl LeGrows Vater aus der Gegend um Chicago herum stammt und ihr Großvater als Drummer und Trompeter in der Jazz-Szene der Stadt in den 50’s mitmischte, war Elise nur flüchtig mit der Historie von Chess Records vertraut. Es gab entsprechend viel zu entdecken für sie, als Greenberg und Mangini das Album-Projekt vorschlugen. „Ich war ein Fan von Etta James, Chuck Berry und Bo Diddley“, erklärt sie. „Aber mir war nicht klar, dass die alle Teile der Label-Familie von Chess waren. Ich liebte deren Musik über die Jahre, ohne mir dieser Tatsache bewusst gewesen zu sein.“

Zum Auswählen des Materials für „Playing Chess“ stürzte sich LeGrow kopfüber ins Chess-Repertoire und durchsuchte die Discographie des Labels nach fesselnden Tracks, die sich in glaubwürdiger Weise mit ihren eigenen Lebenserfahrungen deckten. Ein großartiger Song alleine hätte es nicht gebracht. Die Texte sollten Elises Persönlichkeit und Überzeugungen reflektieren, um von ihr mit neuem Leben gefüllt zu werden.“Ich verbrachte Stunden, Tage und Wochen damit, Songs auszuwählen, mit denen ich mich am stärksten identifizierte“, reflektiert LeGrow.

Als LeGrow ein paar Monate später für die ersten Aufnahmesessions nach New York zurückkehrte, traf sie das abschließende und bekannteste Teil des Teams, Betty Wright.“Elise besitzt ein Gespür dafür, sich einen zeitlosen Song zu eigen zu machen“, sagt Betty Wright. „Ihre Stimme steckt voller Gefühl, Kraft und Glaubhaftigkeit. Man vergisst beinahe, wie brillant die Originale sind, denn ihre Versionen verleihen dem, was ohnehin schon gut ist, eine ganz besondere Note.“

Letztendlich lassen die durchweg spektakulären stimmlichen Leistungen das Album zu einem Triumph werden. LeGrows Stimme verbindet brennende Leidenschaft mit anspruchsvoller Eleganz. Ein Hauch rauer Färbung lauert unter der Oberfläche, die ihrem samtenen Gesang eine sublime Reibeisen-Charakteristik verleiht. Diese Art Stimme hätte jedem Star in jeder Ära gutgestanden. Diese Art Stimme hätte jedem Star in jedem Genre gutgestanden. Denn es ist die Art Stimme, in die man sich unmittelbar verliebt.

Tracklisting
01. Who Do You Love
02. Hold On
03. You Never Can Tell
04. Over The Mountain, Across The Sea
05. Searching For My Love
06. Long Lonely Nights
07. Going Back Where I Belong
08. Rescue Me
09. You Can’t Judge A Book By The Cover / You Can’t Catch Me
10. Can’t Shake It
11. Sincerely

Elise LeGrow: „Playing Chess“ Tour 2018
06.05.18 Köln, Yard Club
07.05.18 Hamburg, Imperial Theater
08.05.18 Berlin, Auster-Club
10.05.18 Leipzig, Neues Schauspiel
11.05.18 München, Einstein
präsentiert von Jazzthing und Kulturnews.

Karten für die Tournee gibt es ab dem 16.02. bei Ticketmaster und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

„Playing Chess“ von Elise LeGrow wird am 16. Februar 2018 von S-Curve / BMG Rights Management auf Vinyl-LP, CD und als Download veröffentlicht.
Das Rezensionsexemplar wurde von S-Curve / BMG Rights Management zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Webseite von Elise LeGrow