Green Book – Eine besondere Freundschaft: Politisch (in)korrekt?

Tony Vallelonga, genannt „Lip“, ein Italo-Amerikaner aus der Bronx, der sein Geld hauptberuflich als Türsteher verdient, wird von dem kultivierten und begnadeten afroamerikanischen Pianisten Dr. Don Shirley als Fahrer engagiert. Die beiden Männer, die gegensätzlicher nicht sein könnten, begeben sich 1962 auf eine Konzert-Tournee durch die Südstaaten. Doch tief im Süden der USA weht ein anderer Wind – und so müssen Tony und Dr. Shirley ihre Reise in Zeiten der Rassentrennung nach dem sogenannten „Green Book“ planen, einem Reiseführer für schwarze Autofahrer, der die wenigen Unterkünfte und Restaurants auflistet, die auch schwarze Gäste bedienen.

Film-Blog.tv meint:
Drei Oscars. Einen für für das Beste Originaldrehbuch (Nick Vallelonga, Brian Currie und Peter Farrelly), einen für Mahershala Ali (Bester Nebendarsteller) – auch wenn der für meinen Geschmack mindestens als gleichberechtiger Hauptdarsteller durchgeht. Bis heute kontrovers diskutiert wird der Hauptpreis für den besten Film des Jahrgangs. Kritiker bemängeln, der Streifen sei politisch unkorrekt und zu wenig differenziert. Was wahrscheinlich niemandem aufgefallen wäre, hätte man beim Oscar 2019 nicht so abgeräumt. Meine Meinung dazu: Ein Buddy Movie, in dem ein Proll wie Donald Trump einen kultivierten Feingeist wie Barack Obama (nur um mal ein Beispiel zu nennen) durch die Südstaaten der frühen 60iger chauffiert, kann nicht differenziert und schon gar nicht politisch korrekt sein, wenn es einigermaßen authentisch sein soll. Und das ist m.E. auch der einzige Schwachpunkt bei „Green Book“: Für meinen Geschmack ist der ganze Film zu sehr auf brave Familienunterhaltung angelegt, zu harmlos und ja: zu politisch korrekt. Und dennoch: Er macht Spaß, von der ersten Minute an. Wem „Ziemlich beste Freunde“ gefallen hat, der wird bei „Green Book“ Parallelen mit umgekehrten Vorzeichen erkennen und sich gute zwei Stunden prächtig unterhalten.

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Tony Vallelonga, genannt „Lip“, ist ein Italo-Amerikaner aus der Bronx, der sein Geld hauptberuflich als Türsteher und mit Gelegenheitsjobs verdient; er wirkt auf den ersten Blick womöglich daher etwas ungehobelt. Als er für den gefeierten Pianisten Dr. Don Shirley als Fahrer engagiert wird, taucht er in eine für ihn neue, kultivierte Welt ein, die sich für ihn ungewohnt anfühlt und auch Shirley muss sich erst an seinen neuen Chauffeur gewöhnen.

Während der Fahrt redet Tony ununterbrochen, raucht, isst und stellt unermüdlich viel zu viele persönliche Fragen. Shirley wiederum wirkt auf Tony zunächst versnobt, reizbar und geziert; dieser hingegen ist Fahrer gewöhnt, die diskret und höflich sind und nur dann reden, wenn sie direkt angesprochen werden.

Von Anfang an ist die Beziehung der beiden Männer angespannt, doch im Laufe der Reise – nachdem sie einige Zeit miteinander verbracht und den ein oder anderen Streit ausgefochten haben – öffnen sie sich mehr und mehr und merken, dass sie von den Stärken des jeweils anderen profitieren und voneinander lernen können.

Besonders deutlich wird diese Entwicklung in den Szenen, in denen Tony Briefe an seine Frau schreibt und Dr. Shirley ihm dabei hilft. Tony hat seiner Frau Dolores versprochen, sich regelmäßig während der Reise zu melden – das tut er in Form von Briefen.

Allerdings sind die ersten Versuche eher kläglich, denn mehr als eine Zustandsbeschreibung seines jetzigen Befindens – wir wissen, in der Regel isst Tony, wenn er keine Fragen stellt – bekommt er nicht zu Papier. „Während ich den Brief an dich schreib, ess ich Kartoffelchips und so langsam bekomme ich Durst“ – als Don Shirley von diesen eher kläglichen Versuchen mitbekommt, kann und will er das so nicht stehen lassen und hilft Tony dabei, seine Gefühle schließlich charmant und liebevoll zu Papier zu bringen. „Was wollen Sie ausdrücken?“, fragt er seinen Chauffeur und diktiert dann: „Wenn ich an dich denke, fallen mir die wunderbaren Weiten von Iowa ein. […] Mich in dich zu verlieben, war die einfachste Sache der Welt für mich.“

Diese gemeinsame Pause, in der die beiden an dem Brief für Dolores schreiben, ist eine der Schlüsselszenen des Films. Beeindruckt von Shirleys Wortgewandtheit schreibt Tony alles mit, allerdings nicht, ohne dem Brief seine ganz persönliche Note zu geben und noch ein „P.S., Kuss an die Kinder“ unter die liebevollen Zeilen zu setzen.

eOne Germany präsentiert „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ ab 19. Juni 2019 auf Blu-ray Disc™, DVD und als Video on Demand.
Das Rezensionsexemplar wurde von eOne Germany zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Green Book
Land / Jahr: USA / 2018
Genre: Komödie, Roadmovie, Drama, Buddy-Movie
Darsteller: Viggo Mortensen: Tony „Lip“ Vallelonga, Mahershala Ali: Don Shirley, Linda Cardellini: Dolores, Brian Stepanek: Graham Kindell, Dimiter D. Marinov: Oleg, Mike Hatton: George, Sebastian Maniscalco: Johnny Venere, Don Stark: Jules Podell, Iqbal Theba: Amit, Dons Diener, Von Lewis: Bobby Rydell u.a.
Regie: Peter Farrelly
Drehbuch: Nick Vallelonga, Brian Hayes Currie, Peter Farrelly
Romanvorlage:
Produzenten: Jim Burke, Brian Hayes Currie, Peter Farrelly, Nick Vallelonga, Charles B. Wessler
Kamera: Sean Porter
Schnitt: Patrick J. Don Vito
Musik: Kris Bowers
Copyright: © 2018 eOne Germany
FSK: 6

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 129 Minuten zzgl. 13 Minuten Bonus
Bildformat: 16:9 Widescreen (2,00:1), 1920 x 1080p, High Definition
Tonformat(e) und Sprache(n): Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (Dolby Atmos)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Die virtuose Darbietung, Unvergessene Freundschaft, „The Grren Book“: Damals und heute, Wendecover im Pappschuber

Webseite zu Green Book – Eine besondere Freundschaft

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