Lindenberg! Mach Dein Ding: Panikrepublik Deutschland – wie es begann

Gewinnspiel_rotVon seiner Kindheit im westfälischen Gronau bis zum ersten, alles entscheidenden Bühnenauftritt in Hamburg 1973; von seinen Anfängen als hochbegabter Jazz- Schlagzeuger und seinem abenteuerlichen Engagement in einer US-Amerikanischen Militärbasis in der Libyschen Wüste, über Rückschläge mit seiner ersten LP bis zu seinem Durchbruch mit Songs wie „Mädchen aus Ost-Berlin“ oder „Hoch im Norden“ und „Andrea Doria“: „Lindenberg! Mach Dein Ding“ erzählt die Geschichte eines Jungen aus der westfälischen Provinz, der eigentlich nie eine Chance hatte, und sie doch ergriffen hat, um Deutschlands bekanntester Rockstar zu werden – ein Idol in Ost und West.

Film-Blog.tv meint:
Über zwei Stunden Screentime. Aber keine Angst, „Lindenberg! Mach Dein Ding“ ist nicht, wie von vielen vielleicht befürchtet, eine Lobhudelei auf den ersten Panikkanzler der Republik. Auch wer mit der Person und der Musik von Lindenberg nicht (so) viel anfangen kann, kommt auf seine Kosten: Hermine Huntgeburth hat mit Sebastian Edschmid (Kamera) die frühen Siebziger mit so viel Präzision und Liebe zum Detail wieder zum Leben erweckt, dass dabei schon fast eine, wenn auch sehr unterhaltsame, Geschichtsstunde herausgekommen ist. Gut, ein wenig mehr Musik hätte in den über zwei Stunden sicher noch reingepasst. Dafür sind die Szenen in der Wüste für meinen Geschmack ein wenig zu oft zu sehen und ziehen sich langatmig – hier wird eindeutig zu viel hereininterpretiert.
Trotzdem: Wer wissen will, wie es einst wirklich war, auf der Reeperbahn und beim „Mädchen aus Ostberlin“, der wird seine wahre Freude haben.

Das Video ist bei youtube eingebettet. Schon Dein Besuch bei www.film-blog.tv überträgt Daten, gemäß der Datenschutzerklärung von Google an youtube (=Google)!

„Ich hab‘ niemals daran gezweifelt.“

Mit diesen Zeilen endet „Lindenberg! Mach Dein Ding“, die Geschichte Udo Lindenbergs vor seinem großen Andrea-Doria-Durchbruch in Hamburg 1973. Es ist seine Geburtsstunde, sein Durchstarter und ein Auftritt, der in die Geschichte eingehen wird kurz nach seinem Überraschungserfolg mit „Hoch im Norden“.

Zwei Jahre zuvor sitzt Udo Lindenberg noch in einem Striplokal auf der Reeperbahn am Schlagzeug, lässt sich durch die Nacht treiben und versucht in Hamburg Fuß zu fassen. Hier lernt er Paula kennen, nicht seine erste große Liebe, aber eine „feurige Bordsteinschwalbe“ und leidenschaftliche Freundin. Hier gesellt sich Steffi Stephan dazu, sein Freund und Panik-Partner bis heute. Hier wächst die Idee seiner eigenen Band, ein Traum, den Udo schon seit seiner Kindheit in Gronau hat, als er James Stewart in der „Glenn Miller Story“ auf der großen Leinwand sieht.

In Gronau trommelt Udo als 6-Jähriger auf einem Blecheimer, wenn sein Vater Gustav mal wieder einen seiner betrunkenen Auftritte im Wohnzimmer hat. Später waren es Blechfässer und schließlich bekommt er von seinem Vater zwar sogar ein Schlagzeug zum Geburtstag – aber leider auch den ernüchternden Ratschlag, sich den großen Musikertraum zu sparen und lieber auf eine Zukunft als Klempner vorzubereiten.

So leicht aber lässt er sich nicht aufhalten und auch wenn er Jahre später mit Anfang 20 in Hamburg noch nicht wirklich weiß, wie es weiter geht, macht er unbeirrt einen Schritt nach dem anderen. Er hält sich mit Bandgigs und Studioaufnahmen für Werbespots über Wasser und macht einen Ausflug nach München zu Klaus „Goldfinger“ Doldinger für die ersten Aufnahmen der Tatort-Titelmelodie. Mal ist Steffi dabei, mal nicht, denn ganz ohne Streit, Stress oder Enttäuschungen ist es kaum möglich, seinen eigenen Weg zu finden – gerade wenn man große Träume hat.

So ist es auch, als er sich als 15-Jähriger aus Gronau aufmacht und seine turmspringende und etwas ältere Jugendliebe Susanne zurücklässt, die er schon ein paar Jahre zuvor mit seinem unbeirrbaren Charme im Schwimmbad erobert hatte. Eine Kellnerlehre in Düsseldorf soll sein Sprungbrett in die weite Welt sein, der nächste Stopp die Weltmeere auf einem Kreuzfahrtschiff. So richtig allerdings wollen Udos Freiheitswille und die strengen Regeln seiner Lehre in einem Luxushotel nicht zusammenpassen. Mit der ersten, ernstzunehmenden Chance, es als Schlagzeuger weiter zu bringen, verabschiedet sich Udo aus dem Hotelleben.

Es verschlägt ihn als 17-Jährigen nach Libyen, wo er zur Unterhaltung der US-Truppen am Schlagzeug sitzt und zumindest eine erste Ahnung von der großen weiten Welt erhält. Mit dieser unglaublichen Wüstenerfahrung bekommt er aber auch seinen ersten Dämpfer, als er sich im Rausch eines Truppen-Auftritts ans Mikro wagt und eben nicht gefeiert wird, sondern Buh-Rufe seine Selbstzweifel nähren.

„Ich bin von Beruf Udo Lindenberg.
Meinen Job gibt es nur einmal auf der Welt.“

Udo Lindenberg

Zweifel, die ihn auch in Hamburg der frühen 70er Jahre genauso begleiten, wie sein unbedingter Wille es trotzdem zu schaffen. Mittlerweile spielt er wieder mit Steffi in einer Band, kann ein paar kleinere Erfolge verbuchen und sogar der Talentsucher Mattheisen ist schon auf sie aufmerksam geworden. Udos Versuch, die Band umzukrempeln, es vielleicht endlich mal mit deutschen Texten zu versuchen, scheitert kläglich.

Es ist eine kleine Niederlage, die trotzdem aus der Not und in kleinerer Besetzung zu Udos erstem Album führt, wenn auch nach den Teldec-Vorgaben im Chicago-Sound und auf Englisch. Das ist es nicht, was Udo wollte. So trägt er zwar mit einem gewissen Stolz sein „Lindenberg“-Album ins Elternhaus nach Gronau, aber nicht nur er, sondern auch sein Vater hat Zweifel daran, dass er sich damit nun wirklich seinen großen Traum erfüllt hat. Seine erste Platte verkauft sich so desaströs, dass sich Udo mit Mattheisen streitet und die Zelte in Hamburg abbricht, um nach Berlin zu ziehen. Bei einem Besuch in Ost-Berlin lernt er die junge Petra kennen, in die er sich unsterblich verliebt. Doch es ist eine Liebe ohne Zukunft und Udo bekommt die harte Realität und Chancenlosigkeit einer deutsch-deutschen Beziehung mit einer Mauer dazwischen zu spüren.

Mit Trennungsschmerz und der „Mädchen aus Ost-Berlin“-Ballade im Gepäck findet er seinen Weg zurück nach Hamburg, hinters Mikro auf der Bühne im Onkel Pö, wo sich das Panikorchester um ihn versammelt, Mattheisen lauschend an der Theke steht und Udos Mutter Hermine mit der Nachricht vom Tod seines Vaters auf ihn wartet. Mit dem Pö-Auftritt im Rücken bekommt Udo eine weitere Chance, diesmal allerdings nur für eine „gefühlige“ Single, doch zum Glück hat Udo mit „Sommerliebe“ nicht nur genauso eine Schlager-Schnulze auf Halde, sondern auch noch einen echten Udo-Song für die B-Seite. Plötzlich rockt Udo mit „Hoch im Norden“ durch den Radio-Äther und in die Charts – der Weg ist gebahnt.

Auch wenn es bis zur großen Andrea Doria-Tournee, bis zum ersten Millionenvertrag und seinem legendären Auftritt in Hamburg 1973 noch ein bisschen hin ist, muss er sich diesem Erfolg stellen, bevor er wirklich nur noch sein Ding machen kann …

Theater- und Kino-Entdeckung Jan Bülow spielt den jungen Udo Lindenberg mit unglaublicher Wucht und Eigenständigkeit, während es Regisseurin Hermine Huntgeburth genauso gelingt, sowohl den Geist der späten 60er und frühen 70er Jahre einzufangen, als auch den entwaffnenden Charme eines Mannes, der nie bereit ist, aufzugeben und tatsächlich zum ersten und berühmtesten Rockstar Deutschlands wird.

Der Deutsch-Rock-Wegbereiter wird lebendig und nie zum verstaubten Denkmal vergangener Tage – „Lindenberg! Mach Dein Ding“ zeigt Udo Lindenberg, vor allem aber einen jungen Mann, Künstler und Rebellen, der der sich niemals vom Kurs abbringen lässt.

Gewinnspiel
Folgende Frage gilt es zu beantworten:
1.) Welcher Song von Udo Lindenberg gefällt Dir am besten? Schön wäre eine kurze Begründung Deiner Meinung.
2.) Wie hast Du zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1x Blu-ray™ „Lindenberg! Mach Dein Ding“

Schicke einfach eine Mail mit Deiner Antwort an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu hast Du bis zum 31. August 2020 / 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv
dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

DCM Film Distribution GmbH präsentiert „Lindenberg! Mach Dein Ding“ ab 21. August 2020 auf auf DVD, Blu-ray & digital sowie als limitierte Collector’s Edition (mit DVD, Blu-ray & unterschriebenem Poster. Exklusiv im hochwertigen Mediabook mit glänzendem Hardcover-Einband inkl. 24 Seiten Booklet und exklusiven Texten & Fotos) sowie als Video on Demand.
Das Rezensionsexemplar und der Gewinnspielpreis wurden von DCM Film Distribution GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Lindenberg! Mach Dein Ding
Land / Jahr: Deutschland / 2020
Genre: Biopic, Musik
Darsteller: Jan Bülow: Udo Lindenberg; Detlev Buck: Mattheisen; Max von der Groeben: Steffi Stephan; Charly Hübner: Vater Gustav; Julia Jentsch: Mutter Hermine; Ella Rumpf: Susanne; Ruby O. Fee: Paula; Saskia Rosendahl: Petra; Christoph Letkowski: Hans; Martin Brambach: Herm; Jeanette Hain: Frau Langschmidt; Leonard Kunz: Karl Allaut; Johann Jürgens: Joachim; Claude Heinrich: Udo als Teenager; Julius Weckauf: Clemi als Teenager; Jesse Hansen: Udo als Kind; Benjamin Friedhoff: Erich als Kind; Steffen Jürgens: Oberkellner Ritzig; Albrecht Ganskopf: Plattenboss; Tim Seyfi: Paulo; Max Schimmelpfennig: Backi; Tim Fischer: Butterfly; Wolfgang Rüter: Wirt u. a.
Regie: Hermine Huntgeburth
Drehbuch: Alexander M. Rümelin, Christian Lyra, Sebastian Wehlings
Romanvorlage:
Produktion: Michael Lehmann, Johannes Pollmann, Günther Russ
Kamera: Sebastian Edschmid
Schnitt: Ueli Christen, Eva Schnare
Musik: Oli Biehler
Copyright: © DCM Film Distribution GmbH
FSK: 12

Blu-ray™
Laufzeit: ca. 134 Min. zzgl. Bonus
Bildformat: 2,40:1 / 16:9
Tonformat(e) und Sprache(n): DTS-HD Master Audio 5.1 (Deutsch)
Untertitel: Deutsch
Extras: Audiokommentar mit Regisseurin Hermine Hunterburth & Produzent Michael Lehmann, Premierenclip, Musikvideo, Interviews mit Cast & Crew, Featurette, barrierefreie Fassung.

Webseite zum Film: Lindenberg! Mach Dein Ding

Die Links wurden von uns ohne Gewähr für den Inhalt der jeweiligen Seite als Linktipp aufgenommen. Wir haben keinen Einfluss auf die dort verbreiteten Inhalte und lehnen also auch jede Verantwortung für die Inhalte der Link-Seiten ab.