Rounders – Spannend bis zur letzten Sekunde

Fast zwanzig Jahre ist es her, als der damals noch bubenhaft aussehende Matt Damon das Poker-Genie Mike McDermott in Rounders verkörperte. Trotz seiner guten Kritiken, verzeichnete das Drama zu seiner Zeit einen eher mäßigen Erfolg an den US-amerikanischen Kinokassen. Mit dem Poker-Boom Anfang der 2000er entwickelte der Film jedoch einen regelrechten Kultstatus und steht besonders bei Kartenspielern ganz oben auf der „Must-See-Liste“. Da das Erfolgs-Potential des Films unterschätzt wurde, kam Rounders nie in die deutschen Kinos.

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Erst im Jahr 2006 war der Film auch für den deutschen Sprachraum auf DVD erhältlich. Tatsächlich ist der von John Dahl produzierte Klassiker wirklich sehenswert und hat bis heute kaum an Aktualität verloren.

Kritiken

Die anfängliche Zurückhaltung des amerikanischen Kinopublikums wurde von vielen Kritikern auf die Thematik des Films zurückgeführt. Hier ist jedoch zu bedenken, dass es sich bei Rounders um ein Drama handelt, das für die große Kinoleinwand produziert wurde und somit auch für ein breit gefächertes Publikum zugänglich ist. Alle, die meinen, sich nicht gut genug mit Poker auszukennen, um der Handlung folgen zu können, haben sich also glücklicherweise geirrt. Die weit verbreitete Tageszeitung USA Today gab dem Film drei von vier Sternen und versicherte, dass es wirklich jedem leichtfallen würde, sich in die Hauptfigur hineinzuversetzen. Bei Rounders kann also richtig mitgefiebert werden, und das ohne die grundsätzlichen Regeln und Varianten des Pokerspiels zu kennen.

Anerkannter Filmkritiker und Journalist Roger Ebert ehrte den Film ebenfalls mit drei von vier Sternen und schrieb: „Rounders hat zwar den äußerlichen Anschein eines finsteren Film noir, ist im Grunde aber genau das Gegenteil. Der sympathische Held stellt sich am Ende einer schwierigen Herausforderung: In einem letzten Match muss er gegen seinen stärksten Gegner antreten.“ Laut Ebert gleicht der Film also eher einem Sport-Drama, in dem das richtige Team gewinnen soll. Auch die schauspielerische Leistung von Matt Damon und Co-Star Edward Norton (bekannt aus dem Thriller Fight Club und der schwarzen Komödie Birdman) wurde von vielen Stimmen gepriesen. Dabei hatten beide eine schwierige Aufgabe: Während ähnliche Filme auf dynamische Handlungsabläufe setzen, um das Publikum mitzureißen, müssen die Schauspieler in Rounders ihren Zuschauern quasi „im Sitzen“ den Atem rauben.

Handlung

Der talentierte Pokerspieler Mike träumt davon, an der World Series of Poker in Las Vegas teilzunehmen. Um seinem Ziel näher zu kommen, riskiert er bei einem Spiel seine gesamten Ersparnisse (30,000 Dollar) und verliert gegen den russischen Mafia-Boss Teddy. Niedergeschlagen entschließt sich Mike dazu, mit dem Pokerspielen aufzuhören. Er verspricht seiner Freundin und Studienkollegin Jo, sich ausschließlich auf sein Jurastudium zu konzentrieren. Auch das Angebot seines Poker-Mentors Joey Knish, das Geld gemeinsam durch das Pokern zurückzuholen, lehnt er ab. Stattdessen akzeptiert er einen Aushilfsjob als Lieferwagen-Fahrer. Mike gelingt es, sich vom Pokerspiel abzuwenden, bis sein Kindheitsfreund Lester „Worm“ Murphy aus dem Gefängnis entlassen wird. Während Mike ein ehrlicher Pokerspieler ist, der nur auf Talent und Strategie setzt, ist Worm ein bekannter Schwindler, der vor keinem schmutzigen Trick zurückscheut.
Da der verzweifelte Worm vor seiner Inhaftierung eine große Menge an Schulden angehäuft hat, versucht Mike ihm auf seine Weise zu helfen: Er organisiert mehrere Pokerspiele in New York, in denen Worm die Chance hat, hohe Summen zu gewinnen. Widerwillig nimmt Mike sogar selbst an einem Pokerspiel teil, das ihn sofort zurück in die Welt des Pokers katapultiert. Mittlerweile hat Grama, ein gewalttätiger Zuhälter, Worms Schuldenberg aufgekauft und setzt den mittellosen Ex-Sträfling unter Druck. Mike und Worm sind zunächst äußerst erfolgreich und schaffen es, einen Großteil der Schulden beim Pokern zurückzugewinnen. Als Worm jedoch beim Betrügen erwischt wird, verlieren sie alles. Von der Freundin bereits verlassen, beschließt Mike, sich von Worm abzuwenden. Bevor er jedoch endgültig mit dem Pokerspiel aufhört, fordert er Teddy zu einer letzten Pokerrunde auf…

Fazit: Rounders hat sich über die Jahre nicht umsonst zu einem absoluten Kultfilm entwickelt. Dabei sind es nicht nur Poker-Fans, die sich in der Darstellung des hin- und hergerissenen Mikes wiederfinden können. Ob der begabte Spieler es schafft, seinen Freund zu retten und dabei eine offene Rechnung aus der Vergangenheit zu begleichen, sollten Interessierte jedoch lieber selbst herausfinden. Wer sich nicht gleich die DVD anschaffen möchte, kann den Film bei Amazon Prime Video oder bei Videobuster.de für rund 30 Tage ausleihen.

Originaltitel: Rounders
Land / Jahr: USA / 1998
Genre: Crime, Drama
Darsteller: Matt Damon, Edward Norton, Gretchen Mol u. v. a.
Regie: John Dahl
Drehbuch: David Levien, Brian Koppelman
Produktion: Bobby Cohen, Ted Demme, Tracy Falco, Christopher Goode, Kerry Orent, Joel Stillerman, Bob Weinstein, Harvey Weinstein
Kamera: Jean-Yves Escoffier
Musik: Christopher Young
Schnitt: Scott Chestnut
FSK: 12